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Medienhaus Lensing
01.02.2012 20:17 Uhr
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Kunstakademie Münster: Viel Sex und Nacktheit beim Rundgang

MÜNSTER Ist es das Schuldendebakel, Berlusconi und sein Bunga Bunga oder das Dschungelcamp? Was beschäftigt junge Künstler von heute? Münsters Kunststudenten laden bis Sonntag (5. Februar) zum alljährlichen Rundgang in die Akademie ein, um ihre Sicht auf Kunst und Welt zu zeigen.Von Sabine Müller

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 (Sabine Müller)

Was auffällt: Es gibt viel Sex und Nacktheit. Doch Maik Löbbert, Rektor der Kunstakademie, will keinen Trend ausmachen: „Das Schöne an unserer Zeit ist ja, dass man sich mit allem beschäftigen kann“, sagt er diplomatisch.

Die neue münstersche Professorin Irene Hohenbüchler ist da forscher: „Stilistisch geht es in Richtung Modernismus. Es gibt eine Reduktion der Formen und Leidenschaft für das Fragile.“ Die Formensprache der Kunst des 20. Jahrhunderts werde aufgenommen und neu zusammengesetzt. Passend zu ihrem Lehrfach „kooperative Strategien“ hat sie noch einen Trend ausgemacht: Die Künstler arbeiten stärker zusammen.

Gespenstische Computerstimme

Und tatsächlich. Viele Klassen präsentieren Gemeinschaftsarbeiten. Bei Professor Daniele Buetti wird das Atelier zu einem dunklen Klangraum, in dem gespenstische Computerstimmen Texte der Studierenden lesen. Spaß verspricht die Minigolf-Anlage in der Klasse von Maik und Dirk Löbbert. Die Studenten haben einen Parcours gebaut, auf dem während des Rundgangs gespielt werden darf. Eine Bahn hat sogar Brüste.

Fotostrecke Kunstakademie: Rundgang 2012

Viel frischer Wind ist in der Akademie zu spüren: Die noch ganz junge sechsköpfige Klasse von Hohenbüchler hat ihr Atelier originell künstlerisch neu möbliert – mit Wachslampe und Kistenhockern. Paul Schwer hat die Kuhna-Klasse übernommen, die erstmals nicht nur Malerei zeigt, sondern auch eine Installation gebaut hat, unter anderem mit Videos, in denen ein Haus abgerissen wird. Umbruchzeit. Abbruchzeit.

Professor wird Kunstfigur

Fragiles entdeckt man auch in der neuen Klasse von Ayse Erkmen, die 2011 bei der Biennale in Venedig die Türkei vertrat. Gerade erst seinen Job angetreten hat auch Aernout Mik. Vor ihm hatten die Studenten so großen Respekt, dass sie ihn selbst zur Kunstfigur machten. Elfmal steht er nun im Atelier. Als Pappfigur.

Kunstakademie, Leonardo-Campus 2, geöffnet von heute bis Sonntag (5. Februar) täglich von 10 bis 20 Uhr, Eintritt frei. Mit dem Rundgang wird in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen der Kunstakademie Münster gefeiert.


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