Medienhaus Lensing
30.03.2012 17:28 Uhr
Schriftgröße: A A A

Annan: Assads Regime muss zuerst das Feuer einstellen

Damaskus/Istanbul (dpa) Der syrische Präsident Baschar al-Assad will den Friedensplan des UN-Sondergesandten Kofi Annan nur umsetzen, wenn die Aufständischen entwaffnet werden.

«
1/1
»

Syriens Machthaber Assad (r.) im Gespräch mit dem Vermittler Kofi Annan in Damaskus. Foto: Sana/Archiv (Foto: dpa)

In einer Botschaft Assads, die von der Nachrichtenagentur Sana veröffentlicht wurde, hieß es an die Adresse Annans: «Er muss sich darauf konzentrieren, den terroristischen Sumpf trockenzulegen». Zudem müsse die Unterstützung mit Geld und Waffen durch bestimmte Staaten aufhören. Annan forderte das Regime in Damaskus dagegen auf, den Friedensplan sofort umzusetzen und das Feuer zuerst einzustellen.

Die stärkere Partei müsse die Gewalt zuerst beenden, sagte Annans Sprecher Ahmed Fawzi in Genf nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur sda. Erst danach könne mit der Opposition ein Waffenstillstand ausgehandelt werden. Ein Stellvertreter Annans soll in Istanbul mit den Regimegegnern über eine Niederlegung der Waffen diskutieren. Zuerst müsse jedoch die Regierung ihre Attacken einstellen, sagte Annans Sprecher.

Syriens Protestbewegung zeigte sich indes enttäuscht von den mageren Ergebnissen des Gipfels der Arabischen Liga. In einer am Freitag veröffentlichten Botschaft des Allgemeinen Führungsgremiums der Syrischen Revolution hieß es, einige Teilnehmer des Gipfels, der am Donnerstag mit einem Aufruf zum politischen Dialog in Syrien geendet hatte, hätten verhindert, dass über die Gräueltaten des Regimes von Präsident Baschar al-Assad berichtet wurde. Die Hauptschuld trage die irakische Regierung, die den Gipfel organisiert hatte. Die Revolutionäre riefen die Araber auf, nach Alternativen zu suchen, da Assad weder den Plan der Arabischen Liga umgesetzt habe noch den Sechs-Punkte-Plan Annans.

Für Freitag hatte die Protestbewegung in Syrien landesweit zu Demonstrationen aufgerufen. Das Motto der Proteste, an denen sich Tausende beteiligten, lautete: «Die Muslime und die Araber haben uns enttäuscht, aber Gott ist mit uns und mit unserem Willen werden wir den Sieg erringen.» Intern debattieren die Regimegegner jetzt, ob sie weiter demonstrieren sollen. Einige von ihnen glauben inzwischen, dass es - um nicht zu viele Menschen zu gefährden - besser wäre, sich auf Angriffe auf den Sicherheitsapparat zu beschränken.

Nach Informationen von Aktivisten töteten die Regierungstruppen am Freitag mindestens 37 Menschen. Die meisten Toten soll es in der Provinz Deir as-Saur gegeben haben. In Damaskus berichteten Regimegegner von Massenfestnahmen. Die Regimegegner sprengten nach eigenen Angaben in der Nähe des Abbasiden-Platzes einen Bus mit Angehörigen der Schabiha-Milizen in die Luft. Sie veröffentlichten ein Video, das angeblich die Gründung einer neuen Brigade von Deserteuren und Freiwilligen zeigt, die gegen das Regime kämpfen will. Die Brigade nennt sich «Weggefährten des Propheten Mohammed». Das Video wurde den Angaben zufolge im Umland von Damaskus aufgenommen.

Meistgelesen | Politik
1

AfD-Parteichef Lucke: Wir wollen nicht zurück zur D-Mark

AfD-Programm: «Deutschland braucht den Euro nicht. Die Wiedereinführung der D-Mark darf kein Tabu sein.» Foto: Karl-Josef Hildenbrand / Symbolbild

Frankfurt/Main (dpa) Die eurokritische neue Partei Alternative für Deutschland (AfD) will nach den Worten ihres Vorsitzenden Bernd Lucke nicht zurück zur D-Mark. mehr...

2

SPD und Grüne attackieren de Maizière wegen «Euro Hawk»

Ein «Euro Hawk» wird auf dem Luftwaffenstützpunkt Manching zur Parkposition gezogen. Foto: Armin Weigel / Archiv

Berlin (dpa) Seit wann sind die gravierenden Zulassungsprobleme bei dem gescheiterten Drohnen-Projekt bekannt und warum wurde erst so spät die Reißleine gezogen? Der Verteidigungsminister muss sich kritischen Fragen stellen. mehr...

3

Assad und seine Gegner glauben nicht an Friedenskonferenz

Der syrische Staatspräsident Baschar al-Assad befürchtet eine militärische Intervention des Westens in seinem Land. Foto: Sana

Istanbul/Tel Aviv (dpa) Präsident Baschar al-Assad glaubt nicht an einen Erfolg der geplanten Friedenskonferenz, mit der Russland und die USA den Bürgerkrieg in Syrien beenden wollen. mehr...

Banken, Verkehr und Energie

4

Übersicht: Das hat der Bundestag beschlossen

Beschlossene Sache im Bundestag: Abtrennung von Zockerei, Haftstrafen für Manager, Testamente für den Pleitefall. Foto: Maurizio Gambarini

Berlin Der Bundestag hat am Donnerstag bis spätabends getagt und gleich heute morgen wieder angefangen. Dabei hat er eine Reihe von Beschlüssen gefasst. Wir haben die wichtigsten im Überblick. mehr...

5

Merkel zu langer Privataudienz beim Papst

Deutschlands bekannteste Protestantin beim Papst: Angela Merkel wurde im Vatikan zu einer Privataudienz empfangen. Guido Bergmann/Bundesregierung Foto: to: b

Rom (dpa) Privataudienz der Bundeskanzlerin beim Papst in Rom: Angela Merkel (CDU) ist am Pfingstsamstag von Franziskus zu einem gut 45-minütigen Meinungsaustausch empfangen worden. mehr...

Weitere Themen
Im November 2009 beschloss der GM-Verwaltungsrat überraschend, Opel doch zu behalten.

Hintergründe und Rückblick

Opels langer Weg

Alle Entwicklungen beim Großkonzern und dem Werk in Bochum.  mehr...

Die Fracking-Methode macht vielen Bürgern Angst. Hier demonstrieren Bürger aus Lünne im Emsland.

Widerstand wächst

Gasbohrungen in NRW

Geplante Erdgas-Bohrungen der Energiekonzerne sorgen für Konflikte.  mehr...

Interview-Serie

Ein Gespräch in der Chefetage

Wir fühlen Top-Managern aus der deutschen Wirtschaft auf den Zahn.  mehr...

Kontakt | Impressum | AGB | Nutzungsbasierte Onlinewerbung | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
RuhrNachrichten.de | MuensterscheZeitung.de | DorstenerZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | Emsdettener Volkszeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de | Immomia