http://ad.de.doubleclick.net#oms.muensterland-zeitung.de#nationalnews#dcopt=ist;#1735262602#728#90#2
http://ad.de.doubleclick.net#oms.muensterland-zeitung.de#nationalnews##1928237942#120#600#3
Medienhaus Lensing
30.07.2010 18:46 Uhr
Schriftgröße: A A A

Streiks der LKW-Fahrer: Griechenland weiter im Ausstand - kein Sprit, kein Obst

Athen Kein Benzin, kein frisches Obst, leere Supermarktregale: Zur besten Reisezeit vergrätzen die Griechen ihre Touristen. Dabei braucht das hoch verschuldete Mittelmeerland ihr Geld mehr denn je. Doch die streikenden Tank- und Lastwagenfahrer geben nicht nach.dpa

«
1/1
»

Seit Tagen streiken in Griechenland die Tank- und Lastwagenfahrer. Inzwischen gibt es kaum noch Benzin. 

Gähnende Leere in den Obst- und Gemüseregalen der griechischen Supermärkte, Tankstellen ohne Benzin und Diesel: Eines der beliebtesten Reiseländer der Deutschen vermiest den Touristen derzeit mit einem Streik der Tank- und Lastwagenfahrer den Urlaub. Die Einheimischen sind zwar noch auf den Straßen unterwegs, weil sie bereits vor Tagen hamsterartig Sprit kauften. Die Urlauber hingegen müssen nach Angaben von Tourismusverbänden auf Campingplätzen und in ihren Hotels ausharren, bis irgendwann die Tankstellen wieder beliefert werden. Nach Schätzungen serbischer Medien sind allein in Nordgriechenland etwa 100.000 serbische Touristen gestrandet.

Anstatt dem erhofften Streikende kam am Freitagnachmittag dann die Hiobsbotschaft: Die Tank- und Lastwagenfahrer setzen ihren Ausstand fort. „Es ist das Ende. Wir gehen unter. Die Touristen lassen die Mietwagen hier und da, weil es kein Benzin gibt“, sagte der Präsident der Autovermietungsunternehmen von Kreta, Grigoris Bamiedakis, im Radio nach der Entscheidung.

Regierung in Athen setzt Militär zur Versorgung ein

Nun soll das Militär die Versorgung von Tankstellen mit Treibstoff sicherstellen. Dies beschlossen die zuständigen Minister am Freitag bei einer Sitzung in Athen angesichts der immer schlechter werdenen Versorgungslage im Lande, wie Transportminister Dimitris Reppas vor Reportern bekanntgab. In der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki kam es unterdessen zu Tumulten zwischen streikenden Lastwagenbesitzern und der Polizei. Mindestens zwei Menschen wurden verletzt.

Zuvor hatte sich die Lage in dem Urlaubsland zugespitzt. Kaum mehr eine Tankstelle hatte noch Benzin oder Diesel. In den Supermärkten sind die Obst- und Gemüseregale weitgehend leergekauft. Hunderte Urlauber ließen nach Medienberichten ihre Mietautos stehen, weil ihnen der Treibstoff ausging. Zehntausende mussten nach Angaben von Tourismusverbänden in Hotels und auf Campingplätzen ausharren, weil die Tankstellen keinen Sprit mehr haben. Die Lastwagenfahrer protestieren seit Montag gegen einen geplantes Gesetz der Regierung.

Protest gegen EU-Verordnung

Die Besitzer und Fahrer der rund 30.000 Tank- und Lastwagen Griechenlands protestieren gegen die von der Europäischen Union verordnete sogenannte Öffnung geschlossener Berufe. Eine Lizenz für einen Last- oder Tankwagen kostet in Griechenland je nach Größe des Wagens 100.000 bis 300.000 Euro. Lizenzen sind seit fast 40 Jahren in dem Urlaubsland nicht mehr ausgegeben worden. Aus diesem Grund steigt der Wert einer Tank- oder Lastwagenlizenz immer mehr. Die griechische Regierung hat nun einen Gesetzesentwurf auf den Tisch gelegt: Jeder, der einen Lkw-Führerschein hat, soll dem Entwurf zufolge als Lastwagenfahrer arbeiten dürfen. Die Ausgabe neuer Lizenzen soll in den nächsten drei Jahren stufenweise abgeschafft werden.

Fotostrecke Ausnahmezustand in Griechenland

Dagegen wehren sich die Lastwagenfahrer seit Wochenbeginn. Die offensichtlich vom Protest überraschte Regierung in Athen zog schließlich die Notbremse und verpflichtete die Streikenden zum Dienst - allerdings mit eher mäßigem Erfolg. Der schwer bewegliche Staatsapparat schickte bis Freitagvormittag nur wenige Hundert Vorladungen. „Parodie der Verpflichtung zum Dienst“, hieß es bei der konservativen Zeitung „Eleftheros Typros“.

„Das mit der Verpflichtung zum Dienst läuft nicht richtig,“ sagte der Präsident der griechischen Tankwartverbandes, Michalis Kiousis, im Hörfunk. „Was sollen wir jetzt den Tausenden Touristen sagen?“ Der Ehrenkonsul Deutschlands auf der Insel Korfu, Konstantinos Gisdanis, sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Die Situation hier auf Korfu ist nicht dramatisch. Allerdings haben die Leute, die ein Auto haben oder mit dem Wohnmobil unterwegs sind, Angst und sind ratlos.“

Die Stimmung ist seit Tagen aufgeheizt. Etwa 150 aufgebrachte Lasterfahrer protestierten am Donnerstag vor dem Verkehrsministerium in Athen. Polizisten wurden mit Flaschen beworfen, die Beamten setzten Tränengas ein. Verletzt wurde niemand. Am Freitag machten die Fahrer ihren Ärger vor dem griechischen Parlament deutlich.

Land begeht "finanziellen Selbtstmord"

Leidtragende der Auseinandersetzung sind die Touristen. „Es ist, als ob Euer Land finanziellen Selbstmord begehen will“, schimpfte ein österreichischer Urlauber. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftsbereich Griechenlands. Das Land braucht die Urlauber mehr denn je, schließlich steht es mit etwa 300 Milliarden Euro in der Kreide. Die Schuldenkrise hinterlässt bereits Spuren. „Mindestens zehn Prozent weniger Einnahmen“, heißt es bei Hoteliers in Athen. Der Fahrerausstand könnte alles noch verschlimmern.

„Die Leute haben einfach die Mietwagen stehenlassen und uns die Schlüssel auf dem Tisch geworfen“, berichtete Dimitris Siamis, Hotelangestellter auf Rhodos, der dpa. Auf der Insel gibt es seit Dienstag kein Benzin mehr. Besonders gebeutelt sind die Familien, die mit Wohnmobilen das Land erkunden wollen. Kein Sprit - keine Rundreise: Viele Wohnmobilfahrer suchten kurzentschlossen Campingplätze auf und sitzen dort nun fest.

„Ich weiß nicht, wie ich den Leuten helfen soll. Ich habe selbst keinen Sprit mehr“, berichtete ein Campingplatzbesitzer nahe der Hafenstadt Volos. „Wir werden bald kein Frühstück mehr machen können“, räumte ein Hotelier auf der abgelegenen Insel Nisyros im Radio ein. Eine junge Deutsche, die im Westen Athens lebt, kommentierte: „Es ist wie im Krieg.“




Am Freitag

1

Polizei setzt beim Blitzer-Marathon doch auf Überraschungen

Die Blitzer-Autos werden unauffällig platziert.

NRW Der angekündigte Blitzer-Marathon am Freitag wird in den Städten NRWs unterschiedlich gehandhabt. Ursprünglich hatte Innenminister Jäger erklärt, alle Geschwindigkeits-Messstellen nennen zu wollen. Am Dienstag meldeten aber viele Polizei-Dienststellen: Man setze sehr wohl auf den Überraschungseffekt. mehr...

Von Unternehmer bezahlt?

2

Neuer Wirbel um einen Sylt-Urlaub Wulffs

Neuer Wirbel um den Bundespräsidenten Christian Wulff. Foto: Wolfgang Kumm/Archiv

Berlin Bundespräsident Christian Wulff gerät wegen seiner Urlaube als niedersächsischer Ministerpräsident erneut in die Schlagzeilen. mehr...

Zu viele Unfalltote

3

Innenministerium startet Blitzer-Offensive am Freitag

Düsseldorf Für Fußgänger ist der Straßenverkehr in NRW im vergangenen Jahr wieder deutlich gefährlicher geworden. Doppelt so viele Tote wie im Vorjahr verzeichnete das Innenministerium, zudem 13 Prozent mehr Verkehrstote. Die Reaktion: Am Freitag werden 1400 Tempo-Kontrollstellen aufgebaut - und 24 Stunden lang durchgeblitzt. mehr...

Landtag

4

Diäten für NRW-Abgeordnete steigen um 500 Euro

Die Diäten der Abgeordneten werden wohl steigen. Foto: Henning Kaiser/Archiv

Trotz aller Proteste erhalten die Abgeordneten in Nordrhein-Westfalen ab März eine Diätenerhöhung von 500 auf 10 726 Euro. Das beschloss der Düsseldorfer Landtag am Mittwoch mit klarer Mehrheit der rot-grünen Regierungsfraktionen und der oppositionellen CDU. mehr...

Nur noch Restplätze

5

Einstellungsstopp beim Bundesfreiwilligendienst

Die aktuellen Zahlen beim Bundesfreiwilligendienst überraschen auch Experten. Foto: Andreas Gebert

Berlin Der Bundesfreiwilligendienst hat sich offenbar zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt. Nachdem zunächst vermutet worden war, dass mit dem Wegfall der Wehrpflicht kaum noch jemand die ehemaligen Zivildienststellen besetzen würde, sind sie nun alle belegt: Der Bund hat einen Einstellungsstopp verhängt. mehr...

http://ad.de.doubleclick.net#oms.muensterland-zeitung.de#nationalnews##992096711#300#250#4
Weitere Themen
Im November 2009 beschloss der GM-Verwaltungsrat überraschend, Opel doch zu behalten.

Hintergründe und Rückblick

Opels langer Weg

Alle Entwicklungen beim Großkonzern und dem Werk in Bochum.  mehr...

Die Fracking-Methode macht vielen Bürgern Angst. Hier demonstrieren Bürger aus Lünne im Emsland.

Widerstand wächst

Gasbohrungen in NRW

Geplante Erdgas-Bohrungen der Energiekonzerne sorgen für Konflikte.  mehr...

Interview-Serie

Ein Gespräch in der Chefetage

Wir fühlen Top-Managern aus der deutschen Wirtschaft auf den Zahn.  mehr...

Kontakt | Impressum | AGB | Datenschutz

Weitere Angebote aus dem Medienhaus Lensing:
RuhrNachrichten.de | MuensterscheZeitung.de | DorstenerZeitung.de | HalternerZeitung.de | GrevenerZeitung.de | Emsdettener Volkszeitung.de
Heja-BVB.de | Nahraum.de | Immomia