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Budapest (dpa) Der ungarische Staatspräsident Pal Schmitt denkt trotz Plagiatsaffäre und Entzug des Doktortitels nicht an Rücktritt. «Mein Gewissen ist rein», erklärte er am Freitagabend in einem Fernsehinterview.
Ungarns Staatspräsident Pal Schmitt tritt trotz der Plagiatsvorwürfe gegen ihn nicht zurück. Foto: Maciej Kulczynski/Archiv (Foto: dpa)
«Ich habe meine Doktorarbeit nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben.» Die Budapester Semmelweis-Universität für Medizinwissenschaften hatte Schmitt am Vortag den Doktortitel aberkannt. Eine Expertenkommission hatte festgestellt, dass er seine Dissertation aus dem Jahr 1992 fast gänzlich abgeschrieben hatte.
Der Senat, der die Entscheidung getroffen habe, habe ihn nicht einmal angehört, sagte der umstrittene Präsident. Er werde das akademische Urteil aber hinnehmen und es nicht vor Gericht anfechten. «Ich prozessiere nicht, sondern argumentiere», sagte Schmitt.
Vor dem Präsidentensitz demonstrierten zur Zeit der Ausstrahlung des Interviews rund 300 Menschen gegen Schmitt. Die Worte des Präsidenten quittierten sie mit Gelächter und Pfiffen. Ein Dutzend Aktivisten der Öko-Partei LMP, die am Vormittag Zelte aufgebaut hatten, wollten erst wieder abziehen, wenn das Staatsoberhaupt zurückgetreten sei.
Die Plagiatsvorwürfe gegen Schmitt waren zu Jahresbeginn von Online-Journalisten des Wochenmagazins «HVG» erhoben worden. Schmitt soll demnach 197 von 215 Seiten seiner Arbeit über die Geschichte der olympischen Bewegung abgeschrieben haben. Als Grundlage sollen die französische Fassung einer Monografie des bulgarischen Sportwissenschaftlers Nikolaj Georgijew und eine Studie des Hamburger Soziologen Klaus Heinemann gedient haben.
Schmitt war 2010 mit den Stimmen der Abgeordneten der Regierungspartei Fidesz (Bund Junger Demokraten) ins höchste Staatsamt gewählt worden. Der rechts-konservative Ministerpräsident Viktor Orban, der zugleich Fidesz-Vorsitzender ist, soll Schmitt am Donnerstag seine volle Unterstützung zugesichert und darin bestärkt haben, im Amt zu bleiben.
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