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Medienhaus Lensing
08.02.2012 16:04 Uhr
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Loveparade-Katastrophe: Ministerium hörte nicht auf Warnung von Polizisten

Vor der Loveparade im Sommer 2010 sollen Polizeibeamte laut einem Zeitungsbericht gegen eine vom Innenministerium verfügte Begrenzung der Einsatzzeiten am Unglückstag protestiert haben. Trotz der Proteste von Duisburger Beamten sei die Einsatzzeit auf zwölf Stunden begrenzt worden, berichtet eine Zeitung.

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Vor diesem Tunnel in Duisburg ereignete sich die Katastrophe, bei der insgesamt 21 Menschen starben. Foto: Erik Wiffers/Archiv (Foto: dpa)

Dadurch sei es zur kritischen Zeit am Nachmittag zu einem Wachwechsel im Eingangsbereich des Loveparade-Geländes gekommen, in dem es später zum Unglück kam. Ein Abschnittsführer habe sogar schriftlich gegen die Anweisung aus Düsseldorf protestiert. Laut Medienbericht hatten die Planer der Polizei aus Sicherheitsgründen Einsatzzeiten von früh morgens bis spät in die Nacht geplant. Das Ministerium verwies auf Erklärungen der Staatsanwaltschaft, wonach es keine Anhaltspunkte für eine dienstpflicht- oder sorgfaltswidrige Ablösung der Polizeikräfte gebe.

 Die Erklärung der Ermittler hatte Innenminister Ralf Jäger (SPD) in einer Aktuellen Stunde des Landtages im Mai 2011 wiedergegeben. Auch bei der Polizeiführung in Duisburg soll es an jenem Nachmittag laut Medienbericht nicht glatt gelaufen sein. Unter Berufung auf staatsanwaltschaftliche Ermittlungen heißt es in dem Zeitungsbericht, der Polizeiführer hätte spätestens um 15.40 Uhr Verstärkungen zu den Beamten in den Eingangsbereichen der Loveparade schicken müssen. Nur dann hätten diese eine Chance gehabt, das Unheil, das wenig später dort seinen Ausgang nahm, vielleicht noch abzuwenden. Am späten Nachmittag wurden im Gedränge 21 Menschen tödlich verletzt.

Vorwürfe gegen Lopaevent

Vorwürfe soll laut der Zeitung auch der Sicherheitsmanager des Veranstalters Lopavent gegen seinen Auftraggeber richten. Der sogenannte Crowd-Manager habe in seiner Aussage vor Ermittlern erklärt, die Loveparade-Macher hätten Absprachen nicht eingehalt en. Versprochene Überwachungskameras im Eingangsbereich seien nicht montiert gewesen, sichere Zugangswege für Hilfskräfte quer durch die Tunnel nicht aufgebaut worden. Auch ein Lautsprechersystem habe gefehlt. Die Zahl der Ordnungskräfte sei zu gering gewesen. Lopavent wollte sich dem Bericht zufolge nicht dazu äußern. Die Duisburger Staatsanwaltschaft wollte den Bericht nicht bestätigen. Die Behörde habe keine Auskünfte erteilt. Allerdings hatten Beschuldigte in dem Verfahren inzwischen Akteneinsicht.


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