Medienhaus Lensing
10.12.2008 17:06 Uhr
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Holländer fliegen mit Borussia-Biene um die Welt

AMSTERDAM/SÜDLOHN Die Holländer sind schuld, wenn Borussia Dortmund Pech hat. Am Mittwoch haben sie es zugegeben: Triumphierend titelte „De Telegraaf“, die größte Boulevardzeitung des Königreichs: „Niederländische Piloten nehmen Deutsche auf die Schippe: Clubmaskottchen gestohlen“. dpa

Fast noch ein Jahr lang wollen holländische Flieger die Kuschelbiene Emma,  die Ende September aus der Borussia-Fankneipe „Hemmer-Robers“ in der Gemeinde Südlohn im Münsterland entführt wurde, mit auf Reisen nehmen. „Das ist zum Verrücktwerden“, sagt der Gastwirt Rob Steverink. Seit der Nacht vom 27. auf den 28. September werde Emma vermisst. Erst durch „De Telegraaf“ erfuhr er, wer dahinter steckt und immer wieder Foto-Karten mit der gelben Biene aus fernen Ländern nach Südlohn schickt. „Wir sagen: Emma, komm sofort wieder! Sonst erleben wir womöglich eine lange Pechsträhne.“ Kein Wunder, dass die Jungs von Trainer Jürgen Klopp gerade mit 0:0 gegen Arminia Bielefeld den Sprung in die Spitzengruppe der Fußballbundesliga verpassten.

Weißes Haus in Washington

Da sind auch die bunten Emma-Karten kein Trost, die inzwischen im Lokal „Hemmer-Robers“ ausgestellt sind: Emma vor dem Weißen Haus in Washington, in das demnächst Barack Obama einzieht. Emma auf dem Sunset Strip in Las Vegas. Emma in Irland, Panama, Indonesien und Mexiko, auf den Azoren und auf Kuba. „Wir dachten inzwischen schon ernsthaft, das Ganze sei ein Coup von Schalke 04“, berichtet Steverink. „Schließlich waren in der betreffenden Nacht tatsächlich zwei Schalker in unserem Lokal.“
Schon wenige Tage danach war ein Brief von Emma eingetroffen: „Ich will neue Menschen kennenlernen und Spaß haben. In einem Jahr bin ich zurück.“ Auslandstouren liebenswerter Figuren sind in Mode gekommen, seit der französische Filmregisseur Jean-Pierre Jeunet 2001 in „Die fabelhafte Welt der Amélie“ einen Gartenzwerg um den Globus schickte. An den dürften die niederländischen Entführer gedacht haben.

HSV-Dinosaurier Hermann

Wie andere deutsche Fußballclubs auf die Aktion reagieren, bleibt abzuwarten. Potenziell entführungsgefährdete Maskottchen haben viele: So lieben Fans des Hamburger SV ihren Dinosaurier Hermann. Anhänger von Hertha BSC hoffen auf den Bären Herthino als Glücksbringer, genau wie 1899 Hoffenheim auf seinen Elch Hoffi, Eintracht Frankfurt auf Attila, den Adler, oder Bayer Leverkusen auf Brian, den Löwen. Doch für Borussia-Fans sind die denkbaren Sorgen anderer Clubs derzeit kein Trost. Zumal sie nun aus der niederländischen Presse erfuhren, wie leicht es war, Emma ins Ausland zu bringen.
 
Königliche Luftwaffe

Der Hobby- Flieger Jerome van der Schaar, so berichtete „De Telegraaf“, habe die Biene mit seiner alten Yak-52 von Südlohn nach Eindhoven geflogen. Dort habe er sie bei Piloten der Königlichen Niederländischen Luftwaffe zurückgelassen, die Emma sogar in ihren F-16-Kampfjets mitgenommen hätten.

Spielergebnisse

Wer genau allerdings inzwischen in welchen Flugzeugen und mit welchen Zielen Emma im Gepäck hat, enthüllte „De Telegraaf“ vorerst nicht. Schließlich soll die Weltreise der Biene noch eine Weile andauern. Zumal auf die Spielergebnisse Borussias künftig auch noch viel mehr Holländer achten dürften.

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