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Medienhaus Lensing
16.08.2010 23:00 Uhr
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Behörden-Panne: Castor-Transporte von Sachsen nach Ahaus waren unnötig

Ahaus Der Transport hoch radioaktiven Materials aus Sachsen ins nordrhein-westfälische Ahaus im Jahr 2005 wäre wohl vermeidbar gewesen. Hintergrund ist offenbar eine Behörden-Panne in Sachsen.Von Peter van Dyk

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Ein Castor-Behälter im Zwischenlager Ahaus. (Foto: dpa)

Es geht um 951 Brennstäbe aus dem früheren DDR-Kernforschungszentrum Rossendorf, die unter massiven Protesten im Frühjahr 2005 in das Zwischenlager in Ahaus gebracht wurden. Wie am Wochenende bekannt wurde, sollen die ursprünglich aus Russland stammenden Brennelemente nun wieder dorthin zurückgeschickt werden.

Beide Hochrisiko-Transporte hätten vermieden werden können: Russland hatte sich schon vor dem Jahr 2005 in internationalen Abkommen zur Rücknahme von Brennstäben aus seinem Besitz verpflichtet. „Dass wir die Möglichkeit hatten, uns an Russland zu wenden, ist uns erst 2006 bekannt geworden“, sagte gestern der Sprecher des zuständigen sächsischen Wissenschaftsministeriums, Karltheodor Huttner. Danach habe man „schnell gehandelt“ und Restbestände aus Rossendorf per Flugzeug nach Russland gebracht.

Material ist hoch angereichert

Das noch in Ahaus liegende Material ist etwa acht Mal höher angereichert als es bei einer Verwendung in Kernkraftwerken üblich ist – direkt waffenfähig ist es aber nicht. Die Kosten für den Rücktransport nach Russland – Schätzungen reichen von 1,5 bis zu 20 Millionen Euro – muss das Land Sachsen tragen. Wohin die Brennstäbe genau gebracht werden, wird geheimgehalten. 2006 war das Ziel der Rossendorf-Fracht die Anlage Podolsk nahe Moskau – die verheerenden Waldbrände in Russland waren ihr vor kurzem gefährlich nahe gekommen.

Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ reagierte empört. Sprecher Felix Ruwe sprach von einer Blamage für die deutsche Atompolitik. 


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