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Medienhaus Lensing
06.02.2012 16:18 Uhr
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RWE verschärft Sparkurs: Weitere 3500 Jobs auf der Kippe

Essen/Düsseldorf Knapp ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima ist die Neuausrichtung der deutschen Energieriesen noch immer nicht abgeschlossen. Die Produzenten von Atomstrom stehen vor Einschnitten. Eon hat seine Pläne schon bekannt gegeben. Doch auch RWE verschärft den Sparkurs.

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Stellenabbau bei RWE. 

Streichkonzert der Stromriesen: Neben Eon plant auch RWE einen radikalen Sparkurs. Mindestens 3500 weitere Jobs sollen nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ (Montag) dort auf der Kippe stehen. Allerdings wollte der Essener Konzern das nicht bestätigen. Ob es bei dem zusätzlichen Sparziel von einer Milliarde Euro zu weiteren Personalverschiebungen oder einem weiteren Personalabbau komme, sei noch gar nicht entschieden, sagte eine RWE-Sprecherin in Essen. Details des kompletten Sparprogramms würden bei der Bilanzvorlage am 6. März vorgestellt.

Eine weitere Milliarde muss gespart werden

Am Wochenende war durchgesickert, dass bei RWE in den Jahren 2013 und 2014 über die beschlossenen Kürzungen von rund 1,5 Milliarden Euro hinaus mindestens eine weitere Milliarde Euro eingespart werden soll. RWE bestätigten die Einsparsumme von einer Milliarde Euro als „Plangröße“. Es liefen bereits Gespräche mit den Betriebsräten.

Schon nach den bisherigen Plänen soll die Zahl der Mitarbeiter durch Verkäufe von Unternehmensteilen und durch Einsparungen um insgesamt rund 8000 sinken. Etwa jeweils die Hälfte entfalle auf Verkäufe und Stellenabbau. Derzeit hat der Essener Konzern weltweit knapp 71.000 Mitarbeiter, darunter gut 34.000 in Deutschland.

Programm "für die Zukunft unseres Konzerns"

Der künftige RWE-Chef Peter Terium hat nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ den Arbeitnehmervertretern ein Programm „für die Zukunft unseres Konzerns“ vorgelegt. Darin gehe es um Maßnahmen zur Abschaffung von doppelten Konzernstrukturen und um den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien. Endgültige Schritte sollten in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften bis Juni 2012 entwickelt werden. RWE-Vorstandsmitglied Terium wird ab 1. Juli 2012 das Dax-Unternehmen mit mehr als 50 Milliarden Euro Jahresumsatz als Vorstandschef führen und damit Nachfolger von Jürgen Großmann sein.

Bis Ende 2012 sind bei RWE in Deutschland betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Im Jahresverlauf sind Gespräche über eine Verlängerung der Regelung geplant. „Ich bin verhalten zuversichtlich, dass wir auch für die Folgejahre eine Regelung hinkriegen, die betriebsbedingte Kündigungen ausschließt“, sagte der Chef des Konzernbetriebsrats, Heinz Büchel, der „Financial Times Deutschland“.

"Sparprogramme sind wichtig"

Aktionärsschützer erwarten vom RWE-Vorstand angesichts neuer Sparziele einen Entwurf für die Zukunft: „Sparprogramme sind wichtig. Noch wichtiger ist eine Vorwärtsstrategie, die alle mitreißt“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, der Nachrichtenagentur dpa. Er gehe davon aus, dass Terium diese Erwartungen erfüllen werde. „Weil das existenziell ist für RWE.“ Erneuerbare Energien müssten dabei eine der neuen Säulen des Essener Konzerns werden.

Die neuen, am Wochenende durchgesickerten Sparziele zeigten, dass der künftige RWE-Chef das Zepter im Essener Konzern de facto bereits übernommen habe, meint der Aktionärsschützer. Terium agiere nicht mehr nur im Hintergrund. Einen Arbeitsplatzabbau beim RWE-Umbau hält Tüngler für unumgänglich. Sowohl Aktionäre als auch Arbeitnehmer müssten einen Beitrag leisten. „Die Aktionäre haben ihren Teil zur Neuausrichtung schon beigetragen, indem sie neues Kapital gegeben haben“, erläuterte er.

Eon beginnt mit dem Stellenabbau

Indes geht RWE-Konkurrent Eon den Abbau von weltweit 11.000 Stellen an, darunter rund 6000 in Deutschland. Schwerpunkt ist die Verwaltung. Eon und die Gewerkschaften Verdi und IGBCE verständigten sich vor rund zwei Wochen auf einen Tarifvertrag bis 2016. Betriebsbedingte Kündigungen sind darin für Beschäftigte in Deutschland weitgehend ausgeschlossen.


 



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