Wiese zum Wechsel: Habe schon Favoriten

Bremen (dpa) Der Abschied von Tim Wiese hat Werder Bremen nicht erschüttert. «Die Welt wird in Bremen nicht untergehen. Er hat sich so entschieden, das akzeptiere ich», sagte Trainer Thomas Schaaf. «Es war eine fruchtbare Zusammenarbeit, beide Seiten haben davon profitiert.»

  • Werder-Keeper Tim Wiese (l) und Bremens Trainer Thomas Schaaf gehen nach der Saison getrennte Wege. Foto: Thomas Eisenhuth

    Werder-Keeper Tim Wiese (l) und Bremens Trainer Thomas Schaaf gehen nach der Saison getrennte Wege. Foto: Thomas Eisenhuth Foto: dpa

Clubchef Klaus Allofs beteuerte: «Wir sind im Wandel und werden auch weiterhin eine schlagkräftige Mannschaft haben.» Gleichwohl verschärft der spektakuläre Wechsel des sechsmaligen Nationaltorhüters die Personalprobleme des Fußball-Bundesligisten. In Wiese, der nach sieben Jahren an der Weser eine neue Herausforderung sucht, verlässt eine der Galionsfiguren den Bremer Verein. Den Keeper zieht es möglicherweise zum Ligarivalen Schalke 04. «Ich habe schon einen Favoriten im Kopf», sagte Wiese . «Ich gehe davon aus, dass ich wieder Champions League spielen werde», verriet der Werder-Schlussmann.

Wiese zog als erster der Bremer Top-Stars die Konsequenzen aus der ungewissen Zukunft. Bei insgesamt 14 Spielern laufen die Verträge am Saisonende aus. «Ich habe kein Angebot von Werder bekommen und immer gesagt, dass ich im April Klarheit haben will», sagte Wiese. Neben dem 30 Jahre alten Keeper stehen Kapitän Clemens Fritz und Torjäger Claudio Pizarro im Blickpunkt. Auch Profis aus der zweiten Reihe wie Sebastian Prödl oder Markus Rosenberg wissen nicht, wie es weitergeht. Fritz hat mehrfach erklärt, dass er gerne in Bremen bleiben würde. Eine Verlängerung, die Signalwirkung für seine Kollegen haben könnte, steht aber noch aus.

«Auch wenn uns noch mehr namhafte Spieler verlassen könnten, werden wir gerüstet sein», versicherte Allofs. Er hatte stets betont, mit Fritz und Pizarro unbedingt verlängern zu wollen. In Sachen Wiese äußerte er sich zurückhaltender. Der Torwart ist zwar ein Publikumsliebling, zählt aber mit einem geschätzten Gehalt von drei Millionen Euro zu den Großverdienern. Mit Wieses Berater sei zwar gesprochen worden, jedoch nicht über Zahlen. «Wir haben ihm gesagt, dass wir noch in der Entscheidungsfindung sind», sagte Allofs.

Sportlich sei Wieses Verlust zu verkraften. Im 22 Jahre alten Sebastian Mielitz steht bereits ein möglicher Ersatz parat. Der Reservetorhüter vertrat jüngst den verletzten Nationalspieler sehr souverän. «Er hat das Zeug zur Nummer eins», sagte Allofs. Dennoch werde der Verein noch einen weiteren Torwart holen. «Wir bemühen uns, die Korsettstangen nicht komplett zu verlieren», sagte Schaaf.

Ein Wechsel von Pizarro hätte für Werder sicherlich sportlich schwerwiegendere Folgen. Der Bremer Torjäger hat angeblich in den letzten März-Tagen von seinem Kündigungsrecht zum Saisonende Gebrauch gemacht. Der Verein hat das nicht bestätigt, und die Kündigung muss auch nicht zwangsläufig bedeuten, dass Pizarro Werder verlässt. «Wir bemühen uns bei Pizarro um eine schnelle Entscheidung», sagte Allofs.

Die Antwort auf die wichtige Frage, ob das Team nächste Saison in der Europa-League spielt, fällt möglicherweise erst am letzten Bundesliga-Spieltag. Bis dahin will sich Wiese voll reinhängen. «Ich werde bis zum Schluss alles geben», versprach der Schlussmann vor dem Samstag-Spiel beim 1. FC Köln. In Mehmet Ekici kann das ein anderer Werder-Profi nicht mehr. Wegen einer Leistenoperation fällt der Mittelfeldspieler bis zum Saisonende aus.

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Autor
Peter Hübner, dpa
ZUM ARTIKEL
  • Erstellt:
    5. April 2012, 18:17 Uhr
    Aktualisiert:
    5. April 2012, 18:22 Uhr