3. Liga: Siegert: "Das ist kein Krieg"
MÜNSTER Nein, am Aschermittwoch ist nicht wirklich alles vorbei. Schon gar nicht für die Preußen. Denn Samstagmittag um Punkt 13.30 Uhr ist Derbyzeit. Das A1-Duell. Der VfL Osnabrück rückt an. Die Protagonisten wissen um die Brisanz. Aber vor allem für einen ist dies kein Spiel wie jedes andere: Preußens Benjamin Siegert kickte vor seinem Wechsel zwei Jahre für den Zweitliga-Absteiger.
Auf Benjamin Siegert (l.) und Preußen-Trainer Pavel Dotchev warten im März anstrengende Wochen. (Foto: Jean-Marie Tronquet)
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Siegert: Wir alle wären damit nicht glücklich. Es nervt, sich ständig auf unterschiedliche Gegner einzustellen und dann fallen die Paarungen reihenweise aus. Am Dienstag haben wir uns mal den Platz angeschaut. Da liegen immer noch Eisplatten drauf. Es sieht also nicht allzu gut aus.
Wenn aber gespielt werden kann, dürften Sie ganz besonders heiß sein, oder?
Siegert: Aber klar. Nach meiner Steißbeinprellung aus dem Spiel gegen Bremen II bin ich wieder fit, würde gegen Osnabrück aber auch mit einem gebrochenen Bein auflaufen. Ein Spiel gegen einen Ex-Klub ist immer etwas besonderes. Aber eines ist doch auch klar: Wir sind Fußballer, wollen jedes Spiel gewinnen, egal wie der Gegner heißt. Okay, Osnabrück kommt. Aber das ist kein Krieg. Und wir schnellen mit unserer Leistung nicht von Null auf 100. Wir gehen stets ans Limit.
Spüren Sie denn im Training, dass da etwas besonderes aufs Team zukommt?
Siegert: Nein. Business as usual. Da geht’s nicht robuster zu als sonst.
Ihre Enttäuschung dürfte allerdings besonders groß sein, wenn Sie nicht wie zuletzt in der Startelf stehen würden, oder?
Siegert: Ich sag mal so: Wenn’s Stadion ausverkauft ist, ist jeder Fan enttäuscht, der keine Karte mehr bekommen hat. So ähnlich würde ich mich dann fühlen, wenn ich nicht dabei wäre.
Ans 0:1 im Hinspiel dürften Sie keine gute Erinnerungen haben. Sie erwischten wie die meisten Preußen einen gebrauchten Tag …
Siegert: Es war ein trauriges Spiel für uns und der Beginn meiner Verletzungsmisere. Damals riss ich mir das Innenband, musste raus. Und es hat mich sehr überrascht, dass ich an der Bremer Brücke ausgepfiffen wurde. Es hat mich gewundert, wie schnell die VfL-Fans vergessen hatten, dass ich mich zwei Jahre lang für diesen Klub reingehängt habe. Aber so ist das wohl, wenn man nur ein paar Kilometer weiter nach Münster wechselt. Um das klar zu stellen: Die Pfiffe nimmt man wahr, aber die eigene Leistung beeinflussen sie nicht.
Applaus dagegen bekommen sie derzeit vom neuen Coach Pavel Dotchev. Unter ihm standen Sie zuletzt zwei Mal in der Startelf. Fühlen Sie sich als ein Gewinner des Trainerwechsels?
Siegert: Nein. Auch Marc Fascher wusste, was ich drauf habe. Und meine jüngsten Einsätze darf ich nicht überbewerten. Schließlich haben wir einige Verletzte. Aber grundsätzlich ist es doch so: Ob man eingesetzt wird, liegt nicht an einem Wechsel des Trainers, sondern an einem selber.











