Zwischen Schulbank und Fußballplatz: Draxler hat den schwierigen Spagat gemeistert
GELSENKIRCHEN Einmal pro Woche sitzen sie zusammen: Schalkes Co-Trainer Seppo Eichkorn und Arthur Preuss, Fußball-Koordinator der Gesamtschule Berger Feld. Dann wird die Woche für Julian Draxler geplant, um den schwierigen Spagat zwischen Schulbank und Fußballplatz für das große Talent der Königsblauen optimal hinzubekommen.
Julian Draxler schafft den Spagat zwischen Schule und Trainingsplatz. (Foto: dpa)
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Volle Unterstützung
Das rief damals viele Kritiker auf den Plan und der „Fall Draxler“ wurde zum Politikum. Georg Altenkamp, Schulleiter der Gesamtschule Berger Feld, hatte Magath ins Stammbuch geschrieben: „Schule und Leistungssport lassen sich nicht vereinbaren - sie gehören zusammen. Ein Menschenbild, das die Schule dabei ausschließt, ist kein zeitgemäßes mehr. Unser System ist flexibel und individuell ausgerichtet.“
Davon profitiert auch Draxler, der bisher aus schulischen Gründen kaum eine Trainingseinheit verpasst hat. „Der Junge bekommt alle unsere Unterstützung. Dazu gehört zum Beispiel, das Julian den Stoff, den er verpasst, mit den Lehrern nacharbeitet“, erzählt Arthur Preuss im Gespräch. Als „Eliteschule des Fußballs“ hat die Gesamtschule Berger Feld große Erfahrung bei der Betreuung von talentierten Nachwuchskickern.
Fachabitur als Ziel
Spieler wie Mesut Özil, Manuel Neuer, Alexander Baumjohann, Benedikt Höwedes, Sebastian Boenisch, Tim Hoogland, Michael Delura oder Joel Matip bauten hier ihr Abitur. Da Draxler mittlerweile den Führerschein gemacht hat, spart er Zeit ein, wenn er mal zwischen Unterricht und Fußballplatz hin- und herpendeln muss. Sein Fachabitur will der junge Mann bis zum Sommer 2012 auf jeden Fall in der Tasche haben.
Ob er danach noch ein Jahr bis zum Abitur dranhängt, ist offen.„Julian ist sehr diszipliniert“, lobt Schalke-Manager Horst Heldt das große Talent, der unter Trainer Huub Stevens leistungsmäßig einen weiteren Schritt nach vorn gemacht hat. Mittlerweile kommt der 18-Jährige regelmäßig zum Einsatz. Dabei weiß der erfahrene Stevens, dass Leistungsschwankungen bei einem 18-Jährigen immer einkalkuliert werden müssen.
So konnte sich Draxler zuletzt im Derby in Dortmund nicht wie gewünscht in Szene setzen. Doch solche Spiele gehören zu den Erfahrungen, die jeder junge Profi im Laufe seiner Karriere macht. Zieht Draxler die richtigen Lehren, kann er sich in der Bundesliga bestimmt behaupten.









