Playoff-Hinspiel in Helsinki: Tönnies: Raúl bleibt bei Schalke
HELSINKI Bleibt er oder bleibt er nicht? Diese Frage könnte nur der Betroffene selbst beantworten. Doch Raúl schweigt beharrlich. Der Angreifer gibt der Schalker Führung und den Fans derzeit große Rätsel auf – und scheint vorerst nicht gewillt zu sein, zu einer Lösung beizutragen.
Bleibt Raul - oder wechselt er doch noch vor dem 31. August? Auf Schalke herrscht Verwirrung um die Zukunft des spanischen Superstars. (Foto: dpa)
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Doch offenbar trauen sich beide Seiten derzeit nicht über den Weg, auch, weil sie einfach nicht ins Gespräch kommen. Raúl kommuniziert seit Wochen kaum intern und erst gar nicht nach außen. Und diese Sprachlosigkeit ist auf absehbare Zeit nicht beendet. Ein Zustand, der im Klub für Verunsicherung sorgt.
Verletzungsrisiko angeblich zu groß
Die Schalker um Kapitän Benedikt Höwedes sind jedenfalls ohne den Spanier zum Playoff-Hinspiel der Europa League nach Helsinki zum dortigen Rekordmeister HJK gereist, wo sie sich heute (18.30 Uhr) eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 25. August erkämpfen wollen. Offiziell wird der Verzicht auf den 34-Jährigen mit dem Hinweis auf die Spielfläche begründet. Das Spiel in Finnland findet auf Kunstrasen statt, auf diesem Untergrund solle sich Raúl nicht verletzen, heißt es.
Die Verantwortlichen versuchen, ein wenig Brisanz aus der Angelegenheit zu nehmen, allerdings schwingt immer etwas Ratlosigkeit mit. „Wenn er die Bitte äußern würde, im vielleicht letzten Jahr seiner Karriere zu einem anderen Klub zu wollen, würden wir uns damit beschäftigen“, sagte Aufsichtsratschef Clemens Tönnies am Mittwoch, das sei aber nicht der Fall, „also beschäftigen wir uns mit dieser Frage auch nicht“.
Böses Omen
Manager Horst Heldt will Raúl keine Steine in den Weg legen, wenn dieser gehen wolle und das Angebot eines anderen Klubs akzeptabel sei, da „es keinen Sinn mache, unzufriedene Spieler zu halten“. Das Thema schwebt also weiter wie ein böses Omen über dem Klub. Doch wie kommt es zu dieser Unsicherheit?
Nach dem Abgang Felix Magaths, der ihn verpflichtete und Raúl eine Sonderrolle mit vielen Freiheiten zugesichert hatte, scheint der Spanier seine Privilegien zu vermissen. „Raúl ist einer von elf Spielern“, sagte Ralf Rangnick jüngst. Ein deutliches Signal, dass Schalkes Trainer sein laufintensives taktisches System nicht durch einen (Ausnahme-)Spieler beeinträchtigt sehen will. Raúls Verzicht vor Saisonbeginn, eine Funktion im Mannschaftsrat zu übernehmen, könnte als eine erste Protestnote gewertet werden.
Mit dem Verzicht für das Helsinki-Spiel wäre Raúl für einen anderen Klub im Europapokal spielberechtigt, was nicht unwesentlich bei der Entscheidungsfindung für einen neuen Arbeitgeber sein könnte.









