Pro und Kontra: Benötigt die Bundesliga ausländische Star-Kicker?
DORTMUND Unsere Pro und Kontra-Frage lautet an diesem Montag: Ist die Fußball-Bundesliga auf ausländische Stars angewiesen oder ist sie allein mit deutschen Profis attraktiv genug? Lesen Sie dazu unser Pro und Kontra.
epa02528308 Real Madrid's German midfielder Sami Khedira reacts during his King's Cup quarter finals soccer match against Atletico de Madrid played at Santiago Bernabeu stadium in downtown Madrid, central Spain, 13 January 2011. EPA/JUAN CARLOS HIDALGO +++(c) dpa - Bildfunk+++ (Juan Carlos Hidalgo (EFE))
Der dritte Platz der deutschen Nationalelf bei der WM in Südafrika hat eindrucksvoll bewiesen, dass man sich um den deutschen Nachwuchs keine Sorgen machen muss. Ungeachtet des peinlichen Ausscheidens des U21-Teams in der EM-Qualifikation verfügt der DFB über einen gewaltigen Pool an hochkarätigen Talenten, die sich längst in Deutschlands Elite-Liga durchgesetzt haben.
Gesteigerte Qualität
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt: Topstars aus allen Teilen der Welt verbauen der hiesigen Jugend keineswegs den Zugang nach oben. Im Gegenteil: Sie heben den Wettstreit auf ein höheres Niveau und schaffen so ein Umfeld, in dem Talente zu hochklassigen Kickern reifen können.
Unkenrufe, die den Niedergang der heimischen Fußball-Kultur beklagen, sind deshalb fehl am Platz. Spieler wie Raúl oder Diego – sofern er denn kommt – steigern die ohnehin schon hohe Qualität der Bundesliga und verschaffen ihr ein enormes Anziehungs-Potenzial. Längst hat sich Deutschlands Vereinsfußball in Europa an dritter Stelle eingereiht – hinter England und Spanien zwar, dafür aber weit vor Frankreich und Italien.
Doch jetzt ist es für den Nachwuchs an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen: Dem Beispiel Sami Khedira zu folgen und eine Zeit lang ins Ausland zu gehen. In ihrer Entwicklung kann sie diese Erfahrung nur weiterbringen.
Kontra: Die deutschen Kicker sind stark genug (Von Petra Nachtigäller)
Braucht unsere Fußball-Bundesliga ausländische Star-Kicker? Die (viel zu) teuer bezahlten Diven, die jedes Gehaltsgefüge eines redlichen Erstligisten durcheinander bringen? Die – allen Treuebekundungen zum Trotz – beim nächstbesten Angebot dem Ruf der wedelnden Scheine folgen? Für die Identifikation mit ihrem Verein in erster Linie auf dem Kontoauszug stattfindet?
Denken wir an den unsäglichen Poker des Teilzeit-Bayern Franck Ribéry, der trotz üppig dotierten Vertrages (und pünktlicher Gehaltszahlung!) so lange mit Real Madrid kokettierte, bis sie ihn nicht mehr haben wollten? Weder die Bayern noch die Madrilenen. Natürlich sind ausländische Stars der Marke Arjen Robben ein Augenschmaus in der Abteilung zirzensischer Zauber und für Ambitionen auf internationaler Bühne ein wichtiger Faktor. Aber wer in der Bundesliga spielt schon Champions League?
Herzerfrischende Offensive
Nein, unsere deutschen Kicker haben spätestens bei der WM in Südafrika bewiesen, dass attraktiver Fußball keinen ausländischen Pass braucht. Das war herzerfrischend offensiv und durchaus erfolgreich, oder ist ein dritter Platz im Konzert der Besten heute nichts mehr wert? Also!
Die Bundesliga, die alle Zuschauerrekorde hält, ist attraktiv – aus sich heraus. Und wenn‘s dem Fan auf der Tribüne mal nicht gefällt, feiert er sich selbst. Macht auch Spaß.













