Konflikt zwischen Pechstein und NADA spitzt sich zu
Berlin (dpa) In die Dopingaffäre um den umstrittenen Erfurter Sportarzt Andreas Franke kommt immer mehr Zündstoff. Im Streit um Details eines ursprünglich vertraulichen E-Mail-Verkehrs hat die NADA erneute Vorstöße von Claudia Pechstein zurückgewiesen.
Claudia Pechstein hat NADA-Mails an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Foto: Florian Schuh (Foto: dpa)
Der Konflikt zwischen Claudia Pechstein und der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA hat sich am Montag weiter zugespitzt. Laut Mitteilung ihres Management ließ die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin über ihren Anwalt jene E-Mails, die sie am Wochenende auf ihrer Webseite veröffentlicht hatte, an die Erfurter Staatsanwaltschaft weiterleiten. Die Behörde ermittelt derzeit in der Doping-Affäre um die UV-Bestrahlung des Bluts von Top-Sportlern durch den Erfurter Sportmediziner Andreas Franke.
Im Gegenzug wies die Nationale NADA Pechsteins Manöver sofort zurück. «Der komplette E-Mail-Verkehr ist der Staatsanwaltschaft von der NADA schon im Mai und August 2011 zur Verfügung gestellt worden», erklärte NADA-Sprecher Berthold Mertes der Nachrichtenagentur dpa.
«Bislang hat es von der NADA kein Dementi des Sachverhaltes gegeben. Es darf also davon ausgegangen werden, dass die E-Mails authentisch sind», behauptete Pechsteins Anwalt Alexander Friedhoff. «Wenn die NADA nun erwidert, der E-Mail-Verkehr sei nur bruchstückhaft wiedergegeben worden und provoziere bewusst Fehlinterpretationen, dann möge die NADA doch bitte sämtliche E-Mails zu diesem Sachverhalt veröffentlichen und so für vollständige Transparenz sorgen», forderte er.
NADA-Sprecher Mertes konterte umgehend: «Frau Pechsteins Forderung nach Veröffentlichung der Korrespondenz können wir - um die laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht zu gefährden - nicht nachkommen.»
Pechstein hatte ihren Vorstoß mit den Worten begründet: «Die Mails führen jedem deutlich vor Augen, mit welchen Mitteln die NADA agiert. Auf eigene Anfrage hat sie von der WADA im Januar 2010 die Auskunft erhalten, dass es keinen Grund gibt zu glauben, dass die UV-Bestrahlung von Blut Doping darstellt.» Die 39 Jahre alte Berlinerin behauptete zugleich, «diese Information hat die NADA der Öffentlichkeit verschwiegen, als Mitte April 2011 erstmals in den Medien über eine mögliche UV-Blutbehandlung von Sportlern in Erfurt berichtet wurde. Durch dieses Schweigen ist der angebliche Skandal um die Causa Erfurt zu einem Skandal der NADA geworden.»
Zugleich verwies sie in ihrer Pressemitteilung darauf, dass ihr Anwalt bei der Weiterleitung an die Staatsanwaltschaft auf sämtliche Schwärzungen im Text verzichtet habe. Auf ihrer Internetseite gebe es diese Schwärzungen, um Persönlichkeitsrechte von NADA- und WADA-Mitarbeitern zu schützen, rechtfertigte sich Pechstein.














