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Ahauser Jugendliche wünschen sich Sommernachtskino, Trampoline und Fußballtore

mlzJugendhilfeausschuss

Einmal im Jahr lädt der Jugendhilfeausschuss Ahauser Jugendliche ein, in einer offenen Runde Wünsche an die Politik zu tragen. Innerhalb eines Jahres soll das Ergebnis zu sehen sein.

Ahaus

, 16.03.2019 / Lesedauer: 4 min

Der Andrang war gewaltig und auch für die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses eine kleine Überraschung. Rund 45 Kinder und Jugendliche drängten vor der jüngsten Sitzung ins Graeser Pfarrheim, um mit den Politikern über ihre Anliegen zu sprechen. Dass es bei diesem Zusammentreffen nicht nur um einen losen Austausch gehen sollte, sondern der Ausschuss die Anliegen der Kinder sehr ernst nimmt, beweist der Bike-Park am Freizeitgelände Ork. Denn er ist das direkte Ergebnis aus der Vorjahressitzung.

Dort hatten einige Jugendliche den Bau eines Moutainbike-Parks vorgeschlagen. Mittlerweile wird er intensiv genutzt. „Ich finde es großartig, dass ein Ausschuss für den Nachwuchs die Tür öffnet. Es gibt nicht viele Städte, die so etwas anbieten“, lobte Katharina Fournier vom Landesjugendamt, die an diesem Abend die Ideen der Kinder sammelte.

„Kurzer Weg“ hat sich herumgesprochen

Dieser „kurze Weg“ hat sich offenbar herumgesprochen. Denn die Kinder und Jugendlichen im Graeser Pfarrheim hatten gleich eine ganze Liste an Ideen und Vorschlägen mitgebracht. Während Birgit Kleinfeld die Arbeit des Ahauser Jugendwerks vorstellte, scharrten einige schon mit den Hufen und notierten auf ihren Zetteln verschiedene Wünsche. Doch zunächst war Geduld gefragt, denn der Bike-Park war nicht das einzige Projekt, das im vergangenen Jahr angestoßen wurde.

Mit „Mobbing im Schulbus“ hat sich eine Schülergruppe der Irena-Sendler-Gesamtschule beschäftigt und dafür gemeinsam mit Schulleitung, Polizei, Schülerlotsen und Busunternehmen ein neues Konzept erarbeitet. In Zukunft sollen Schüler bei extremen Mobbing sogar mit einem Busverbot belegt werden können. Außerdem öffnet der Busfahrer nur die Tür, wenn kein Gedränge mehr herrscht.

Auch die Busanbindung der Ortsteile war den Jugendlichen ein Dorn im Auge, weshalb sie sich nun an den RVM gewandt haben. „Wir würden gerne auch später mit dem Bus nach Hause fahren könnnen. So haben wir nur die Möglichkeit, um 15 Uhr in Ahaus ins Kino zu gehen“, sagte eine Schülerin. Auch der eingeschränkte Busverkehr am Wochenende stoße bei vielen auf Unverständnis. Zeitnah soll das Gespräch mit Fabian Wellers vom Ordnungsamt der Stadt anstehen.

Fußball und Trampoline hoch im Kurs

Bei den Projektvorschlägen für das nächste Jahr kristallisierten sich schnell mehrere Gruppen heraus. Aus einer Ecke kamen die Wünsche nach neuen Fußballtoren und Flutlicht für Bolzplätze in Wüllen und Ottenstein. Auch ein kleiner Fußballplatz für Graes stand auf einem der Wunschzettel. Aus der anderen Ecke wurde eine sogenannte „Schnitzelgrube“ als Erweiterung für den Ahauser Bike-Park gefordert. Hierbei handelt es sich um eine Grube, die zur Verhinderung von Sportunfällen mit weichen Materialien gefüllt ist.

Auch Eisdielen und Trampoline in verschiedenen Ortsteilen wurden immer wieder ins Spiel gebracht. Weitere Wünsche waren ein Soccer-Ei im Alstätter Freibad, eine Wasserrutsche im Aquahaus, ein Sommernachtskino und eine Milkshake-Bar. Dieter Homann, stellvertretender Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, warf einen Wald- oder Abenteuerspielplatz in die Runde. Katharina Fournier fasste die Vorschläge zu Oberthemen zusammen, die dann zur Abstimmung standen. 25 Stimmen erhielt die Kategorie „Fußball“, 14 Stimmen die Kategorie „Schnitzelgrube und Trampolin“ und 13 Stimmen der Waldspielplatz.

Werner Leuker legt als Experte Veto ein

Nach der Abstimmung der Kinder und Jugendlichen, hatte Werner Leuker, Beigeordneter der Stadt, noch die Möglichkeit, bei einigen Punkten sein Veto einzulegen, falls ihm einige Projekte nicht innerhalb eines Jahres realisierbar erscheinen. Den Spielverderber musste er allerdings nur bei wenigen Projekten geben. „Mit gastronomischen Angeboten ist es immer schwierig, denn da muss sich immer ein Betreiber finden“, sagte er mit Blick auf die Eisdielen. Die Themen Trampolin und Fußball seien da generell schon eher umsetzbar. „Auch das Sommernachtskino halte ich für eine interessante Idee“, so Leuker.

Nach intensiver Beratung entschieden die Kinder und Jugendlichen sich für drei Oberthemen, die dem Jugendhilfeausschuss vorgelegt werden sollen. Auf dem ersten Platz landeten „Fußball, Tramspoline, Schnitzelgrube und Wasserrutsche“, auf dem zweiten Platz der Waldspielplatz und auf dem dritten Platz das Sommernachtskino. Da an manchen Themen bereits gearbeitet wird, zum Beispiel durch die Sportbedarfsgruppe, wurde beschlossen, dass Kinder und Jugendliche sich hier anschließen können. Nun hofft man, in einem Jahr etwas zum Bike-Park Vergleichbares präsentieren zu können.

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