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Die Fahrrad-Abstellanlage am Bahnhof ist mehr als ausgelastet – und nicht gerade eine Visitenkarte für die Stadt. Die Verwaltung hat Pläne, sagt aber noch nichts darüber.

Ahaus

, 10.10.2018 / Lesedauer: 3 min

Von Unkraut überwucherte Fahrräder. Mit mehreren Schlössern gesicherte Fahrräder, denen das Hinterrad fehlt. Räder, die nicht abgeschlossen im Gestrüpp liegen. Wenn es um den fahrbaren Untersatz geht, dann gibt es an der Rad-Abstellanlage am Bahnhof in Ahaus fast nichts, was es nicht gibt.

„Das ist nicht unsere Baustelle“, erstickt ein Mitarbeiter der Pressestelle der Deutschen Bahn das Auskunftsersuchen der Münsterland Zeitung am Mittwoch im Keim. Er scheint nicht ganz unglücklich darüber. „Die Bahn ist nur für die Verkehrssituation zuständig. Für die Schienen, die Bahnsteige und die Überführung zum Beispiel. Aber dann hört es auch schon auf“, sagt der Bahnmitarbeiter. Für eine Park+Ride-Anlage, Fahrrad-Abstellplätze oder gar eine Radstation sei die Stadt Ahaus zuständig. Sie habe die Verkehrssicherungspflicht und müsse sich auch um die Grünflächen am Bahnhof kümmern.

Unkraut wuchert

Um die Grünpflege ist es dort aktuell nicht ganz so gut bestellt, wie ein prüfender Blick zeigt. Eine Visitenkarte gibt die Abstellanlage an der Parallelstraße am Mittwoch nicht gerade ab. Das Unkraut wuchert zwischen den vier Segmenten der Anlage hoch, Fahrradbügel sind von Unkraut überwuchert, einige Räder ebenso. Sie scheinen wohl schon länger dort zu stehen. Über 100 Räder knubbeln sich um kurz nach 13 Uhr unter dem Dach. Der Großteil steht ungeschützt im Freien. Einige Exemplare, denen die Ständer fehlen, wurden in Sträucher und Hecken gedrückt. Einen freien Stellplatz gibt es nicht.

Ein wenig entspannter ist die Stellplatz-Situation am „Copacabana“ am Bahnhof. Acht Räder sind dort in den Bügeln abgestellt, zwei lehnen an der Wand, vier stehen auf dem Gehweg. Es gibt sogar noch zwei freie Abstellplätze. Das dürfte nicht zuletzt damit zu tun haben, dass der gastronomische Betrieb zu dieser Uhrzeit noch gar nicht geöffnet hat. Ein Seitenblick hinüber zur Fahrrad-Abstellanlage am Busbahnhof zeigt: Sie ist komplett belegt.

Zurück zu den Rädern am Bahnhof. Robin Kernebeck schließt gerade sein mit zwei Schlössern gesichertes Fahrrad auf. „Ich höre oft, dass hier Räder gestohlen werden“, sagt er. Würde er Geld dafür bezahlen, wenn er sein Rad guten Gewissens und gut gesichert in einer Radstation abstellen könnte?„Es kommt darauf an, was das kostet“, sagt der 21-Jährige, der in Dortmund studiert und von Ahaus mit dem Zug dorthin fährt. „Wichtig ist natürlich, dass das Rad sicher steht.“

Radstation wäre eine Idee

Zum Beispiel in einer Radstation, wie es sie am Bahnhof in Burgsteinfurt oder am Hauptbahnhof in Münster gibt. Dort kostet der überdachte und gesicherte Stellplatz für ein Rad 80 Cent am Tag, pro Kalendermonat werden acht Euro berechnet, pro Jahr 80 Euro. Vor zehn Jahren hätten manche das Projekt „Radstation“ merkwürdig gefunden“, heißt es auf der Homepage der Radstation Münster. Heute seien die Münsteraner stolz auf ihre Radstation. Sie arbeite, wirtschaftlich gesehen, „mit ordentlich Luft in den Reifen“.

Ob es eine solche Radstation – einige Nummern kleiner – auch einmal in Ahaus geben könnte? Marc Frieler vom Büro der Bürgermeisterin weiß am Mittwoch noch keine Antwort auf diese Frage.

Der entsprechende Fachbereich im Rathaus sei aktuell damit befasst, das Bahnhofsgelände „umzuplanen“, erklärt Marc Frieler. „Dazu gehören zu gegebener Zeit auch die Abstellanlagen für die Fahrräder.“ Wann die ersten Skizzen vorgestellt werden können, auch dazu gab es keine konkrete Aussage aus dem Rathaus. Die Verwaltung sei mittendrin in den Planungen. „Wann sie abgeschlossen sind, kann ich noch nicht sagen“, berichtet Marc Frieler. Veränderungen an der vorhandenen Fahrrad-Abstellanlage würden aus diesem Grund nur „bei akutem Handlungsbedarf“ vorgenommen. Zur Grünflächenpflege am Bahnhof erklärt Marc Frieler, dass damit der Baubetriebshof befasst sei. Es könne durchaus möglich sein, dass abgestellte Fahrräder diese Pflege behindern würden.

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