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„Die Friedhofskapelle ist kein Bauwerk wie jedes andere“

mlzFriedhof am Rotering

Ende März soll es mit dem zweiten Bauabschnitt am Friedhof am Rotering weitergehen: Bei der Sanierung der Friedhofskapelle gehen Verwaltung und Kirchengemeinde sensibel vor.

Ahaus

, 14.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Nach Fertigstellung des Neubaus der Aufbahrungshalle im Dezember wird nun der vordere Teil der Aufbahrungsräume zurückgebaut. Die Kapelle wird erweitert und kernsaniert. Bis Ende des Jahres soll das Projekt einschließlich Außenanlagen dann abgeschlossen sein – „besser früher“, wie Anna Reehuis, Pressesprecherin der Stadt Ahaus, am Mittwoch auf Nachfrage berichtet.

Verzögerungen

Denn: Im Zuge des ersten Bauabschnitts, bei dem es vor allem darum ging, die Atmosphäre in der Aufbahrungshalle ansprechend zu gestalten und die Abläufe zu optimieren, war es immer wieder zu Verzögerungen gekommen – insbesondere witterungsbedingt und der Auftragslage der Unternehmen geschuldet. Ursprünglich sollte das Zwei-Millionen-Euro-Projekt spätestens Ende des Jahres 2018 beendet gewesen sein, später lautete Sommer 2019 der Endtermin. Nun wird es Ende 2019 – spätestens.

Abschied in Würde

„Alle Beteiligten werden nun gerade im Sinne der Trauernden versuchen, die Arbeiten zu straffen“, sagt Reehuis. Dass der Start der Maßnahme nun um eine Woche auf Ende März verschoben wird, hat dabei einen guten Grund. Es steht noch eine Bestattung an, für die planmäßig auch die Kapelle genutzt werden soll. Über allen Planungen steht schließlich der Abschied in Würde.

Diesen Rahmen werden künftige Trauergemeinschaften – insbesondere größere – vorerst nicht mehr nutzen können. Doch die katholische Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt ist vorbereitet, wie Pfarrer Heinrich Plaßmann erklärt: „Erst einmal gibt es zur Friedhofskapelle auf einem Friedhof leider keine Alternative. Wir werden bis zur weiteren Nutzung folglich auch Verabschiedungsfeiern in die Kirche verlegen, um einen Abschied in Würde mit Musik, Ruhe und Raum für Trauer zu gewährleisten.“

„Längere Wege“

Dass dies gerade für die älteren Bürger in Teilen „unbequem“ werden könne, dessen sei man sich bewusst: „Natürlich hat eine Verlegung zwangsläufig längere Wege zur Folge. Da bitten wir um Verständnis.“ Dass kleinere Gruppen auch das Foyer nutzen könnten, hatte die Stadt Ahaus schon im Herbst 2018 angekündigt.

Schon während des ersten Bauabschnitts habe man alles daran gesetzt, den „würdigen Rahmen einer Bestattung“ sicherzustellen, so Pfarrer Plaßmann.

Kapelle wird vergrößert

Die Abläufe wurden angepasst – und „das ist auch sehr gut gelungen.“ So sei auch die Resonanz gewesen. Und dieses wird auch das Ziel bis zur Fertigstellung der Kapelle sein. „Bestattungen sind ein sensibler Bereich, Beerdigungen betreffen uns alle.“ Eine Friedhofskapelle sei nun einmal auch „kein Bauwerk wie jedes andere“.

„Umso mehr würden alle Beteiligte in diesem Wissen ihre Aufgaben gewissenhaft wahrnehmen“, bestätigt Anna Reehuis.

Der Plan: Die Kapelle wird bis auf die tragende Konstruktion zurückgebaut. Außen erhält die Kapelle den gleichen Klinker wie die Aufbahrungshalle. Das Vordach verschwindet, die Kapelle wird um 30 auf 155 Quadratmeter vergrößert. Die Glocke, die jetzt unter dem Vordach hängt, wird einen eigenen Glockenturm bekommen.

Projekt 2015 beschlossen

Rückblick: Mit Beschluss vom 4. November 2015 und 18. Mai 2016 hatte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Verkehr den Neubau der Aufbahrungsräume und die Kernsanierung der Friedhofskapelle auf dem Ahauser Friedhof beschlossen. Es folgten intensive planerische Arbeiten des Architekturbüros Fourmove aus Münster.

Der erste Spatenstich durch Bürgermeisterin Karola Voß, Andreas Dönnebrink, den Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planen und Verkehr, sowie den begleitenden Architekten Manuel Böwing erfolgte am 12. Juli 2017. Das Bauvorhaben unterteilt sich in insgesamt zwei Bauabschnitte. Im ersten Abschnitt entstanden sechs neue Aufbahrungsräume, die seit Anfang Dezember genutzt werden. Entstanden sind außerdem Verwaltungs- und Personalräume und eine öffentliche Toilettenanlage, die barrierefrei zugänglich ist.

Kernsanierung der Kapelle

Im zweiten Bauabschnitt wird zum einen der vordere Teil der Aufbahrungsräume zurückgebaut. Zum anderen wird das Gebäudeensemble durch die Erweiterung und Kernsanierung der Kapelle vervollständigt und mit der Gestaltung der Außenanlagen abgerundet.

In Verbindung mit der Sanierung der Kapelle soll ebenfalls ein neuer Innenhof entstehen, der die Trauergemeinde in Zukunft bei einer Trauerfeier in der Kapelle vor Blicken Außenstehender schützen soll.

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