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Christian Pulisic hat sich mit zwei Torbeteiligungen gegen Stuttgart zurückgemeldet. Beim BVB freuen sie sich über dieses Lebenszeichen. Auch weil sie wissen, wie wichtig Pulisic noch werden kann.

Dortmund

, 12.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Am Samstag war endlich alles mal wieder so wie so oft zuvor. Zumindest annähernd. Christian Pulisic stand auf dem Platz, was keine Selbstverständlichkeit mehr ist in dieser Saison, er bereitete ein Tor vor, er traf selbst. Und konnte diesmal vor der Südtribüne aus vollem Herzen jubeln, sich feiern lassen.

Pulisic war endlich mal wieder so richtig Teil des Ganzen. Seine Einwechselung war der entscheidende Impuls, um das Stuttgarter Bollwerk zu knacken. Und alle freuten sich mit dem 20-Jährigen, dem vor der Süd der peitschende Regen nichts anhaben konnte, weil er dieses Gefühl so intensiv genoss.

Im Januar hatte Pulisic seinen Wechsel zum FC Chelsea in die Premier League perfekt gemacht. Das ist eine gute Geschichte für beide Seiten, wenn man bedenkt, dass sich für Pulisic ein Kindheitstraum erfüllt, die Borussia auf der anderen Seite noch bis zum Sommer auf die Dienste des Amerikaners setzen kann, somit Zeit genug für die Nachfolger-Suche hat und trotzdem mit den 64 Millionen Euro eine überaus stattliche Ablösesumme einstreicht.

Pulisics Entwicklung stagniert beim BVB

Beide Seiten hatten gehofft, dass die so frühe Klärung seiner Zukunft eine Art Befreiung sein kann. Vor allem für Christian Pulisic selbst. Der hatte in der Hinrunde seinen Stammplatz an Jadon Sancho verloren, eigentlich stagniert seine Entwicklung ja schon seit der vergangenen Saison. Pulisic verzettelte sich oftmals in seinen Dribblings, er wollte zu viel und musste erkennen, dass man die Dinge nicht erzwingen kann.

„Er hat ja kein leichtes Jahr, daher freut uns das sehr.“
Michael Zorc über Christian Pulisic

Nicht deshalb aber zieht der US-Amerikaner am Ende der Saison einen Schlussstrich und verlässt den Klub, der ihn zu einem der bekanntesten Nachwuchssportler Amerikas gemacht hat. Die Faszination Premier League sei der Grund, „ich hätte es auf jeden Fall gemacht, unabhängig von meiner Situation und Spielzeit“.

Pulisic legt weiter auf einen sauberen Wechsel

Pulisic hat im Winter-Trainingslager seine Gedanken offengelegt. Ihm sei wichtig, sagte er im Januar, dass die Fans seine Beweggründe verstehen, ihm sei auch wichtig, dass es ein sauberer Wechsel werde. Ihm sei vor allem wichtig, dass alle Fans hinterher sagen könnten, dass Christian Pulisic bis zum Schluss alles gegeben habe für die Borussia.

Weil auch Jadon Sancho momentan nicht gerade vor Leichtigkeit sprüht und erkennen muss, dass in jungen Jahren die Leistungskurve auch mal nach unten absacken kann, hat Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc den Kurz-Auftritt von Christian Pulisic am Samstag mit Wohlwollen registriert. „Es freut uns sehr“, meinte er auf Anfrage dieser Redaktion, „er hat ja kein ganz leichtes Jahr.“ Pulisic könnte noch wichtig werden im Titel-Endspurt, manchmal sind es die kleinen Mosaiksteinchen, die am Ende entscheiden.

Bereit für den Sprung nach England

Für Pulisic wäre eine Meisterschaft der perfekte Abschluss. Den wundersamen Siegeszug zu zwei Meisterschaften 2011 und 2012 verfolgte er aus der Ferne, auch sie machten aber den BVB für ihn interessant. Mit 15 holte ihn die Borussia nach Deutschland. „Als ich hier ankam, war ich unsicher, schüchtern und wusste nicht, was passieren wird. Aber es ist perfekt gelaufen, und ich bin sehr dankbar für alles, was ich erleben durfte im Klub, mit den Fans, in der Stadt.“ Pulisic ist immer noch sehr jung, immer noch erst 20. Aber er hat so viel erlebt, dass er sich nun bereit fühlt für den Sprung nach England.

Mit der U 17 und U 19 des BVB wurde Christian Pulisic jeweils Deutscher Meister. Dann, mit 17, pulverisierte er nach seinem Bundesliga-Debüt sämtliche Altersrekorde. 2017 folgte schließlich der DFB-Pokalsieg. Und nun die Deutsche Meisterschaft? „Wir können wirklich ein besonderes Jahr haben“, sagte er im Januar. Und er scheint wieder bereit, an der Verwirklichung des großen Ziels kräftig mitzuarbeiten.

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