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Jadon Sancho macht beim 3:3 gegen Hoffenheim ein Ausnahmespiel. Nun kehrt er mit dem BVB in seine Heimat London zurück. Das „schöne Gefühl“, in Wembley zu spielen, will er „einfach genießen“.

Dortmund

, 12.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Am Montag vermeldete der seriöse „Guardian“ den nächsten Angriff aus der Premier League auf Borussia Dortmunds Shooting Star Jadon Sancho. Manchester United bereite ein Angebot für den 18-Jährigen vor, schrieb das Blatt. Das war nicht ganz neu, denn bereits in der vergangenen Woche war von der Insel nach Deutschland auch schon eine konkrete Zahl über die Höhe des angeblichen Angebots herübergeschwappt: 90 Millionen Pfund, umgerechnet aktuell 102,57 Millionen Euro.

Bestes Spiel im Trikot des BVB

Wer Sancho am Samstag spielen sah, wird unweigerlich zu dem Urteil kommen, dass selbst diese Phantasie-Summe eher zu niedrig angesetzt ist. Sancho, eins der größten englischen Talente derzeit, verzückt mit seinen Dribblings seit Monaten auch die Fußball-Bundesliga. Gegen Hoffenheim machte er sein wohl bestes Spiel im BVB-Trikot, am Dienstag kehrt er mit Borussia Dortmund in seine Heimatstadt London zurück. Und Sancho wird dort, da muss man kein Prophet sein, für zwei Tage im Mittelpunkt allen Interesses stehen. Als der BVB Tottenham im Champions-League-Achtelfinale zugelost bekam, wuchs die Zahl der Interview-Anfragen mit jedem Tag, den das Hinspiel näher rückte, so dass der Klub in der vergangenen Woche einen „Media-Day“ ausschließlich für englische Journalisten organisierte.

In England ist die Verwunderung darüber, dass Pep Guardiola, der vielleicht beste Trainer der Welt, den Wechsel dieses Spielers nach Dortmund nicht verhindern konnte, mit jedem Tor und jedem Assist von Jadon Sancho gewachsen. „Er hat Sachen drauf, die ich selten gesehen habe“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc über seinen jüngsten Transfercoup, aus seinem Munde ist das das größtmögliche Lob. Acht Millionen Euro kostete Sancho, heute führt ihn das Fußball-Portal „Transfermarkt.de“ mit einem Marktwert von 70 Millionen Euro.

„Explosiv wie eine Naturgewalt“

Sein Stil sei „explosiv wie eine Naturgewalt“, schrieb im Herbst die „Welt“, da stand der 18-Jährige vor seinem Debüt im englischen Nationalteam. In welchen Dimensionen sich Jadon Sancho damit bewegt, zeigt die Tatsache, dass er bei seinem Debüt der erste Startelf-Spieler seit David Beckham 2009 war, der für die „Three Lions“ nicht bei einem englischen Klub unter Vertrag stand.

„Meine Eltern und Freunde werden stolz sein.“
Jadon Sancho

Der Wechsel nach Deutschland, speziell zu Borussia Dortmund, hat sich für Jadon Sancho als Glücksfall erwiesen. Er ist damals so gradlinig seinen Weg weitergegangen wie ganz zu Beginn seiner Karriere, als er als Elfjähriger sein Elternhaus verließ, um auf die Jugend-Akademie des FC Watford zu gehen. Mit 14 zog er weiter zu Manchester City. Das mündliche Versprechen von Guardiola, ihn dort regelmäßig bei den Profis mittrainieren zu lassen, reichte Jadon Sancho im Sommer 2017 nicht mehr. Er löste seinen Ausbildungsvertrag auf und wechselte nach Deutschland.

Jetzt die Rückkehr. Für Jadon Sancho werden es zwei ganz besondere Tage. „Meine Eltern und Freunde werden stolz sein“, hat er in einem interview mit „uefa.com“ erzählt. Wembley sei ein besonderer Ort, das Spiel wolle er „einfach genießen“. Der „Unterschiedspieler“ (Sebastian Kehl) hat in dieser Saison erkennbar an Reife zugelegt. Als Mensch und als Spieler. Sancho werde, meint auch Lothar Matthäus, sich in Wembley nicht verrückt machen lassen. „Es wird ihm Spaß machen, er kann es auch seinem ehemaligen Trainer Pep Guardiola zeigen, der nicht dieses Vertrauen in ihn gesetzt hat und ihn durchs Sieb hat rutschen lassen.“

Nun ist Sancho heiß begehrt. Glaubt man BVB-Sportdirektor Zorc, können sich alle Vereine das Klinken putzen in Dortmund sparen. Nachdem der 18-Jährige einen Vertrag bis 2022 unterschrieben hat, befindet sich sein Klub in einer komfortablen Verhandlungsposition. „Und ihm tut noch eine gewisse Zeit bei Borussia Dortmund auch sehr gut“, sagte Zorc vor dem Rückrundenstart. Brilliert Sancho am Mittwoch wie zuletzt gegen Hoffenheim, werden sie Zorc dennoch die Tür einrennen.

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