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Urteil: In Castrop-Rauxel darf der Hund im Garten begraben liegen

mlzProzess am Amtsgericht

Der Ärger um ein Tiergrab im Gemeinschaftsgarten einer Eigentümergemeinschaft wurde jetzt am Amtsgericht verhandelt. Die Richterin hat geurteilt, ob der Hund wieder ausgegraben werden muss.

Castrop-Rauxel

, 16.03.2019 / Lesedauer: 2 min

Die Totenruhe des Schäferhund-Mischlings bleibt ungestört. Der Hundeleichnam, der im vergangenen Sommer in einem Gemeinschaftsgarten bestattet wurde, darf in seinem Grab bleiben. Das entschied nun die Zivilrichterin mit ihrem Urteil.

Sie hat die Klage von drei der insgesamt zwölf Parteien umfassenden Eigentümergemeinschaft abgewiesen. Die hatten sich gegen die mehrheitliche Zustimmung der Eigentümergemeinschaft gewehrt. Die war einberufen worden, nachdem der Hund bereits bestattet war. Dennoch gab die Mehrheit nachträglich ihren Segen. Aber eben nicht alle.

Keine Einschränkung für die Gemeinschaft

„Die Mehrheit reicht“, befand die Richterin in ihrem Urteil. Denn es ging in der Klage nicht um ethische Aspekte und die Bestattung an sich, sondern um die Rechtmäßigkeit dieser Zustimmung.

Die Beeinträchtigung der Wohneigentümer in ihrem gemeinschaftlich nutzbaren Garten sei nicht in einem unzumutbaren Maße erfolgt. Es gehe hier um eine unterirdische Nutzung, die keine bauliche Veränderung darstellt. Was heißt, dass oberirdisch für die Gemeinschaft keine Einschränkung besteht.

Emotionale Aspekte und ein Ekelgefühl, das ein Betreten der Stelle auslösen würde, wie in der Verhandlung vorgebracht, wurden bei der Urteilsfindung außen vor gelassen. Denn letztendlich, so die Richterin, handele es sich um einen natürlichen Prozess. So ist es auch grundsätzlich nicht verboten, verstorbene Haustiere wie auch Hunde im Garten zu bestatten. Wobei unter weiteren Vorschriften eine Mindesttiefe eingehalten werden muss.

Eigentümer wollen keine gütliche Einigung

Eine gütliche Einigung hatten die gegnerischen Parteien in der Verhandlung bereits ausgeschlossen. Auch der Gedanke einer möglichen Umbettung des Tieres in einen anderen Teil des Gartens, für den ein Sondernutzungsrecht besteht, ist durch die Abweisung der Klage vom Tisch.

Und diese Abweisung ist endgültig. Die Anrufung einer höheren Instanz ist für die Verliererseite ausgeschlossen, weil der für diesen Schritt erforderliche Streitwert nicht erreicht wird. Denn dazu wird nicht der Wert des Tieres zugrunde gelegt, sondern lediglich der Kostenaufwand für die Bestattung.

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