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3-D-Remake "Kampf der Titanen"

Kino

„Kampf der Titanen“ (1981) war die letzte Arbeit des Stop-Motion-Großmeisters Ray Harryhausen. Riesenkrake, Pegasus und Medusa animiert im Einzelbildverfahren, 24 Mal die Sekunde. Eine Trickparade aus der griechischen Sagenwelt.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 05.04.2010
3-D-Remake "Kampf der Titanen"

Die griechische Sagenwelt in 3-D.

Auf Fabelstoffe stürzt sich Hollywood zu gern, siehe Emmerichs „Godzilla“ oder Peter Jacksons Remake von „King Kong“. Ein Fest für Programmierer und Puppenbauer, die den guten alten Ruckel-Kreaturen neues fürchterliches Leben einhauchen.

Unter Regisseur Louis Leterrier wurde jetzt der „Kampf der Titanen“ wieder aufgelegt. Monster, Götter, Sensationen in 3-D. Und ein Halbgott, Perseus, Sohn des Zeus, gespielt von „Avatar“-Star Sam Worthington. Er hat ein Hühnchen mit dem Herrn der Unterwelt zu rupfen. Der Olymp sieht aus wie eine frühe Wagner-Fantasie aus Bayreuth. Zeus (Liam Neeson) und Hades (Ralph Fiennes) verabreden ein Strafgericht, weil die Menschen ihnen den Dienst aufgekündigt haben. Frevel! Götterbilder wurden gestürzt. Hades will einen Kraken auf die Stadt Argos loslassen.

Vorwand für eine sagenhafte „Mission Impossible“: Perseus und Gefährten müssen Hades stoppen. Drei orakelnde Hexen wissen, was zu tun ist („Macbeth“ in der Polanski-Version lässt grüßen). Was folgt, ähnelt dramaturgisch einem Spiel für die Konsole: Waffen, Werkzeuge, Helfer auflesen. Kraft generieren und in einer Stafette von Duellen gegen immer monströsere Gegner antreten. Mein Schwert, mein Schild, mein geflügeltes Pferd!

Perseus‘ Kampf mit den Skorpionen fällt spektakulär aus, ebenfalls das Sträußchen gegen die Medusa mit dem bösen Blick. Dann wartet der Krake. Kilometerhoch schraubt er sich aus dem Wasser, seine Tentakel legen Häuser in Trümmer. Protzige Blockbuster-Action in XXL. Schneller, höher, lauter. Technisch makellos, aber auch steril in ihrer gelackten Perfektion. Dass Harryhausens Handarbeit sich dahinter nicht zu verstecken braucht (und mehr Charme und Seele hat), ist nicht zu übersehen. Warum also ein überflüssiges Remake in (nur mäßig tollem) 3-D? Weil es möglich ist und weil es Profit verspricht.