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Alle wollen wohnen – und zwar bezahlbar

Zeche Zollverein Essen

Zeche Zollverein zeigt bis 4. März die Ausstellung „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“. Sie überzeugt durch Aktualität und überrascht mit ihrem Aufbau.

Essen

, 22.02.2018
Alle wollen wohnen – und zwar bezahlbar

In bunten Kuben findet der Besucher viele Informationen und Zahlen zum Thema Wohnen. Foto: Dreysse

Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“ heißt eine Ausstellung auf dem Gelände des Unesco-Welterbes Zollverein. Das Thema der Ausstellung ist brandaktuell: In Deutschland fehlt es an bezahlbarem, sozialem Wohnraum und nicht nur Architekten, sondern auch Stadtplaner, Bauingenieure und Politiker müssen sich eine Lösung einfallen lassen.

In Zusammenarbeit mit der Architekturkammer hat das M:AI, Museum für Architektur und Ingenieurkunst, eine hochinteressante Ausstellung geschaffen, die Lösungsansätze zeigt. Bisher zeigte das mobile M:AI die Ausstellung in Köln (2016) und Düsseldorf (2017).

Bedürfnisse kennen



Wichtig sei es, „die Bedürfnisse der Gesellschaft zu kennen“, sagt Ursula Kleefisch-Jobst, Generalkuratorin M:AI NRW. Nur so könne passender Wohnraum geschaffen werden. Die Architektur spiegelt wider, wie die Menschen leben möchten.

Als Beispiel für den Wandel nennt Kleefisch Jobst das Wohnideal des Einfamilienhauses in den 50er- und 60er-Jahren. „Heute möchten die Menschen die Vorteile des gemeinschaftlichen Bauens und Lebens nutzen“, so Kleefisch Jobst. Mehr kleinere Wohnungen seien jetzt wichtig.

Asymmetrie zeigt Vielfältigkeit



In fünf bunten Kuben erfahren die Besucher mehr über das gewandelte Wohnbild, die beteiligten Akteure am Wohnbau und das Recht auf Wohnen. Überraschend ist, dass die Kuben asymmetrisch sind. „Die Asymmetrie visualisiert das vielfältige Thema direkt“, erklärt Kuratorin Kleefisch Jobst.

Das Geheimnis der mitteleuropäischen Städte liege laut Markus Lehrmann, Hauptgeschäftsführer der Architektenkammer NRW, in den Quartieren der Städte. „Sie sind die kleinste Einheit, in der Architekten denken“, sagt Lehrmann. Wenn beispielsweise ein problematisches Viertel verschönert werden soll, geht das am besten, wenn die Menschen in den Quartieren mithelfen, ihren Lebensraum zu optimieren. Stichworte: Urban Gardening und kulturelle Angebote.

Ursula Kleefisch-Jobst wünscht sich, dass die Besucher die Ausstellung verlassen und sagen: „Darüber habe ich bisher noch gar nicht nachgedacht“. Dann sei die Ausstellung gelungen.

Zeche Zollverein Essen: „Alle wollen wohnen“, nur bis 4.3., Halle 5, täglich 10-18 Uhr, Eintritt frei.
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