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Am Anfang war der Trick

Steinzeit-Jäger, die das Mammut hetzen. Säbelzahntiger und Terrorvögel. Berittene Menschenfänger, die Sklaven zum Pyramidenbau rauben. In seiner Kombination von Bestien und Epochen kommt "10 000 BC" höchst abenteuerlich daher.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 03.03.2008
Am Anfang war der Trick

Entdecken neue Kulturen: Camilla Belle als Evolet und Steven Strait als junger Jäger DíLeh.

Unbekümmert verstößt Roland Emmerichs Fantasy-Mix gegen jede Wahrscheinlichkeit. Da nimmt man am besten Zuflucht zu einer Hilfskonstruktion und nennt solch naive Exotik "Comic-Realität". Schließlich haben wir auch geschluckt, dass Tarzan auf Dinosaurier traf.

Das Drehbuch verquirlt Spurenelemente aus "Conan", "Am Anfang war das Feuer", "Stargate" und "Apocalypto". Erst sind wir bei den Yagahl, steinzeitlichen Zottel-Dreadlocks, die von der Jagd leben. Wie die Schamanin orakelt hat, werden sie von Reitern überfallen, die ihre Gefangenen in Ketten aus Eisen (!) legen. Verschleppt wird auch das Liebchen des Clanchefs. Der macht sich an die Verfolgung der Männer mit den Adlernasen.

Attraktionen werden abgeklappert

Eine Reise durch Klimazonen und Menschheitsgeschichte. Berge, Dschungel, Steppe, Wüste. Jäger, Hirten, Bauern, Hochkultur. Endpunkt der Odyssee ist das Reich eines frühen Pharaos. Tausende Arbeiter schuften an seiner Pyramide. Domestizierte Mammuts (!) ziehen Steinquader die Rampe hoch. Der weiße Jäger und seine schwarzen Verbündeten entfesseln einen Aufstand...

Emmerichs Film geht mit Schauwerten hausieren. Im Grunde ist die Handlung um sie herum gestrickt. Der Säbelzahn steckt in einer Fallgrube fest. Später erweist er sich als dankbar. Fleischfressende Laufvögel im Bambuswald - bloß ein Vorwand, um Hexerei aus dem Rechner zu zeigen. Mehr oder minder lustlos werden die Attraktionen abgeklappert und abgehakt.

Auf zum nächsten optischen Knaller. Ja, der Panoramablick auf die Pyramide ist ziemlich sensationell. Trotzdem kann er nicht vergessen machen, dass "10 000 BC" bloß eine Abfolge motivischer Module ist. Augenfutter aus der Küche eines kühl kalkulierenden, wild schwadronierenden Märchenonkels.

 Ab Donnerstag im Kino.