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Amerika zieht in den Käse-Krieg

GELSENKIRCHEN Kaum zu glauben, dass es das noch gibt - die Deutsche Erstaufführung eines Musicals von George Gershwin.

von Von Heinz-Albert Heindrichs

, 10.12.2007
Amerika zieht in den Käse-Krieg

Fantastische Tänzer: Filipina Henoch und Philippe Ducloux.

Aber Gelsenkirchens Intendant Peter Theiler ist es in der Tat gelungen, die Erstaufführungsrechte der Urfassung von "Strike up the band" erwerben. Die verrückten Politsatire hatte George 1927, zusammen mit seinem Bruder Ira als Librettisten, für den Broadway geschrieben.

Herrschaft über die (Käse-)Welt

Da strebt ein amerikanischer Käseproduzent namens Fletcher mit seiner "Fletcher American Cheese Company" die weltweite Markenherrschaft an. Die aber sieht er vom winzigen Käseland Schweiz, wo man sich jodelnd und alphornblasend verständigt, bedroht. Und so ruft er Amerika auf zum Krieg und rückt schließlich mit einer Privatarmee in die Schweiz ein. Merkwürdig: In diesem Zerrspiegel erscheint, mehr als uns lieb ist, die Gegenwart. Mehr sei nicht verraten, nur noch, dass es dabei zugleich um drei herzzerreißend komische Liebespaare geht.

Die besten Musicalspezialisten Deutschlands

Gershwins frühe Musicals neu zu entdecken - das ist für das Musiktheater im Revier zu einem Markenzeichen geworden. Um einer solchen Produktion die überregionale Ausstrahlung zu sichern, holt es die besten und erfahrensten Musicalspezialisten: den Regisseur Mattias Davids, die Choreographin Melissa King, das Bühnen- und Kostüm-Duo Knut Hetzer/Judith Peter, dem US-Entertainer Gaines Hall, die emperamentvolle Allroundstars Philippe Ducloux und Filipina Henoch (er war Weltmeister im Formationstanz, sie deutsche Vizemeisterin im Stepptanz), schließlich den als Komiker umwerfenden Daniel Drewes, der aus Bottrop stammt.

Das Publikum war hingerissen

Sie alle fügen sich glänzend in das Team des Hauses ein, das mit den Eigenheiten des amerikanischen Musicalstils ja seit Jahren vertraut ist und selbst Stars für dieses Genre zu bieten hat: das Allroundtalent Anke Sieloff, das von Mozart bis Debussy, von Jazz bis Rock alle Stile beherrscht und mit Gershwins Top-Hit "The man I love" Beifallsstürme erntet. Sodann Eva Tamulenas und Bassist Joachim Gabriel Maaß, die eine ähnliche Doppelkarriere zwischen U- und E-Musik vorzuweisen haben.Und die Tänzer des Schindowski-Balletts, die sich zu großen choreographischen Szenen zusammenfinden können.

Schließlich aber und kaum ersetzbar Dirigent Kai Tietje. Er hat Gershwins Musik nicht nur durch Neu-Arrangements in einen zeitnahen Sound versetzt, sondern vermag ihn auch der neuen Philharmonie Westfalen, dem großen Ensemble auf der Bühne und dem Publikum hinreißend zu vermitteln.

Termine: 14./22./28.12. Karten unter Tel. (0209) 4097-200.