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Anatolien liegt auf Zollverein

Theaterpremiere "Iskender"

ESSEN Schlager wie "Marmor, Stein und Eisen bricht" erklingen, wenn die Theaterbesucher die höchste Etage der Mischanlage der Essener Kokerei Zollverein erklimmen. "Willkommen in der Eiche" begrüßt uns die Kellnerin. Zwei junge Türken stürzen herein, zeigen Fotos von einer Frau herum, die sie suchen.So aktionsgeladen beginnt das gut zweistündige interkulturelle Stationentheater "Iskender".

von Von Britta Helmbold

, 30.04.2010
Anatolien liegt auf Zollverein

"Iskender" auf Zollverein ist ein Erlebnis.

Am Donnerstag feierte es als  Ruhr.2010-Projekt seine umjubelte Premiere. Gerold Theobalt schuf die Bühnenadaption des Jugendromans von Hermann Schulz. Johannes Klaus setzte mit seiner Abschlussklasse der Folkwang Universität, Studiengang Schauspiel Bochum, und den Profis Renan Demirkan und Lisa Quarg die Geschichte von Migration und der heilenden Kraft der Liebe für Zuschauer ab acht Jahren in Szene.

Asafs Odyssee, um seinen Sohn in Deutschland zu finden, vollzieht auch das Publikum wandernd mit. Drei Schauspielstudenten leiten die Theaterbesucher durch die Mischanlage und ziehen die räumlichen Begebenheiten wunderbar in ihr Spiel ein. Die Kennlern-Szene vom jungen Pianisten und der türkischen Botschafter-Tochter - Renan Demirkan gibt die Dame von Welt - endet effektvoll: Geschrei, das Tor wird aufgerissen, Autoreifen quietschen - der Vater entführt Iskender. Die Reise führt in die Türkei, von der eisigen Mischanlage zur Gleisanlage im Freien. An der schmalen Wasserstraße liegen sich zwei Bühnen, zwei Welten gegenüber: das moderne Ankara und das dörfliche Anatolien (Ausstattung: Birgitta Weiss).Dicht und plakativ erzählt

In der dicht und plakativ erzählten Geschichte agierten die Studenten nicht nur in wechselnden Rollen, sondern sorgten auch mit Klarinettist Helmut Eisel für die Live-Musik.

Karten gibt´s noch für den 9.5. (19 Uhr), 13.5. (11 Uhr) und 14.5. (19 Uhr), Tel. (0201)812 22 00.