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Osthaus-Museum Hagen

Auch Beethoven und der Stierkampf sind erotisch

HAGEN Wer die Bilder von Andrés Garcia Ibáñez gesehen hat, hört Beethovens neunte Sinfonie anders. Im Osthaus-Museum Hagen lässt der Maler einen Chor der Nackten auf der Leinwand singen.

Auch Beethoven und der Stierkampf sind erotisch

Im „Garten der Bacchanten“ sitzt Andrés Garcia Ibáñez links an der Staffelei und malt einen Bacchus, den man links neben ihm im Spiegel sieht. Das Ölbild ist dem Stil von Velázquez im 17. Jahrhundert nachempfunden.

Alle Menschen werden Brüder: Bei Ibáñez sind alle Menschen gleich. Nämlich nackt. 1998 hatte der spanische Künstler schon einmal die „Ode an die Freude“ auf eine Leinwand gebracht – damals mit Menschen in langen weißen Gewändern.

2011/12 hat er „Die universelle Bruderschaft“ neu gemalt. Eindrucksvoll – man wird dieses Bild so schnell wohl nicht wieder los, wenn man die Sinfonie hört.  

Beethoven-Zyklus

Das Osthaus-Museum widmet in der großen Ibáñez Ausstellung den Beethoven-Bildern einen eigenen Raum. Auch eine „Appasionata“-Dame im roten Kleid und eine „Pastorale“ mit Blick über die Sierra Nevada gehören dazu.  

In seiner Heimat hat Ibáñez -ein eigenes Museum mit einer der größten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Andalusien. In Hagen stellt der 46-Jährige zum ersten Mal außerhalb von Spanien aus.  

Im Stil von Velázquez  

80, zumeist großformatige, Öl-Gemälde zeigt das Osthaus-Museum. Außer Beethoven bewundert Ibáñez seinen Landsmann und Kollegen Velázquez.

Das Gemälde „Der Garten der Bacchanten“ hat er 1995 im Velázquez-Stil gemalt, und ein Selbstporträt an der Staffelei hinzugefügt. Den Bacchus, den er malt, sieht man auf diesem Bild, in dem es viel zu gucken gibt, im Spiegel.  

Karneval in Venedig

Auf Kontraste setzt Museumsdirektor Tayfun Belgin im zweiten Raum: Es geht um den Karneval in Venedig mit all seiner „venezianischen Nacktheit“ und um die Mächtigen in Kirche und Staat. König Felipe hat Ibáñez beim Beten gemalt, Bischöfe mit lüsternem Blick auf eine nackte Frau.

Und die drei Bilder von Jesus am Kreuz illustrieren ein theatralisch-magisches Spektakel, mit dem die Spanier die Karwoche feiern.  

Stierkampf und Erotik

Im Porträt-Raum, in dem neben Ibáñez‘ Großmutter auch Maler und Menschen aus dem Kunstmarkt versammelt sind, sehen die Besucher auch Ibáñez‘ spitzbübisch-feinen Karikaturenstrich. Den Kunstmarkt und seine Mechanismen parodiert er auf einem Gemälde schelmisch und entlarvt Heuchler in einer ganz feinen Satire.  

Dem großen spanischen Thema Stierkampf ist der vierte Raum im Erdgeschoss gewidmet. Und auch da geht es nicht um Heldentum, sondern auch um Eros zwischen einem Minotaurus und einer Nackten.  

Im Stil Alter Meister  

Sophisten mit Schafköpfen aus Fernsehen und Politik, Stillleben mit Innereien von Tieren – diese Ausstellung ist kreativ und vielseitig. Und Ibáñez‘ lasierte Öl-Malerei ist nicht nur technisch herausragend und dem Stil Alter Meister ebenbürtig, sie ist auch besonders fantasievoll und überwältigt mit Bildern mit einer so großen Motivfülle.

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