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Im Kino

"Auf der Suche" nach Simon

Plötzlich ist Simon verschwunden. Auf eigene Faust macht sich seine Mutter auf die Suche nach ihm. Was nach Thriller klingt, ist in Wahrheit kaum mehr als ein zähes Anti-Drama.

"Auf der Suche" nach Simon

Suchen Simon: Corinna Harfouch und Nico Rogner.

Simon meldet sich nicht. Seine Mutter (Corinna Harfouch) beschleicht ein ungutes Gefühl. Sie fährt nach Frankreich, um nach dem Rechten zu sehen. Keine Spur ihres Jungen. Die Mutter bestellt Simons früheren Liebhaber nach Marseille. Zusammen wollen sie Simon finden.Inszenatorische Kühle und Spröde Jan Krügers "Auf der Suche" erinnert in seiner inszenatorischen Kühle und Spröde an die Arbeiten von Christian Petzold ("Yella"). Neue Sachlichkeit, cineastisch. Ruhige Einstellungen, nüchtern knappe Erzählweise, lange Dialog-Pausen. Krüger protokolliert und beobachtet. Er erklärt nicht, seziert nicht, er wahrt Abstand zu seinen Figuren.

Wortkarg verläuft die Begegnung zwischen Valerie (Harfouch) und Jens (Nico Rogner), der vor zwei Jahren der Freund ihres Sohnes war. Sie reden über das Nötigste, tasten die Oberfläche des anderen ab, aber schütten nicht ihr Herz aus. Wäre Jens nicht schwul und Valerie zehn Jahre jünger, wäre so etwas wie eine Beziehung möglich. Eine der unausgesprochenen, vage angedeuteten Optionen des Films.

Das Miteinander von Valerie und Jens ergibt sich im Tun. Sie klappern Simons Bekannte und Kollegen ab, sprechen am Hafen vor, wo Simon ein Zweierticket nach Marrokko gelöst hat. Für wen genau? Noch mehr Fragen. Vieles, zu vieles bleibt im Ungefähren. Die distanzierte Kühle des Films ist gleichzeitig sein Problem: Emotional fesselt er nicht, und mit dem Verblassen seiner hauchdünnen Thrillerfährte verabschiedet sich auch die Spannung und damit die Neugier des Kinogängers. Was bleibt, ist ein zähes, ätherisches Anti-Drama. Das Schicksal teilt hart aus, doch der Alltag in seiner grausamen Banalität geht weiter.

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