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Bewegungen strukturieren die Stille

DÜSSELDORF Eine Frau und zwei Männer - das kann nur Ärger geben? Handelt es sich um drei virtuose Tänzer, dann kann alles auch ganz anders ausgehen. Zum Startder Afro-Latin-Woche im Tanzhaus-NRW in Düsseldorf präsentierte die Tchekpo Dance Company ihre neueste Produktion "Huegbé Hylé" (Das andere Haus).

von Von Klaus Lipinski

, 28.12.2007
Bewegungen strukturieren die Stille

Tchekpo Dance Company in Düsseldorf.

In dem Stück geht es um das Aufheben von Grenzen, um Toleranz, um die Offenheit, andere wahrzunehmen und zu akzeptieren.

Schwerelose Leichtigkeit

Die Choreografie stammt von Tchekpo Dan Agbetou. In Benin geboren kombinierte der charismatische Tänzer in Paris und New York das traditionelle Repertoire mit dem des Modern Dance. Mittlerweile leitet er in Bielefeld das Tanzfestival und ein Tanzzentrum. Sein Bewegungsstil beeindruckt mit fließender schwereloser Leichtigkeit. Trotzdem wirkt er perfekt zentriert und wie in der Erde verwurzelt.

Sehr spannend wurde es, wenn diese Bewegungen auf Caroline Picard trafen. Die Französin tanzte unter anderem bereits bei Bejart und brachte eine andere emotionale Note in das Stück.

Mamadou Diabaté aus Mali war der dritte Tänzer. Er zeigte einen etwas athletischeren, kraftbetonteren Stil.

Die Musik schweigt

Die Duo-Sequenzen gehörten bei dieser Konstellation natürlich zu den Höhepunkten eines Stückes, das auch sonst geschickt aufgebaut ist und das Technik, Licht und Bühnenbild angenehm sparsam einsetzt.

Am Anfang lebt jeder in seiner eigenen Welt. Drei getrennte Räume, jeder bewegt sich auf seine Art, die manchmal merkwürdig wirkt. Einsamkeit schadet also. Es folgen Blickkontakte, Spielerei, dann wieder Abstand.

Oft schweigt die Musik, nur die Bewegungen strukturieren die Stille. Tempovariationen sorgen für Spannung, etwa wenn die Bewegungen wie in Zeitlupe wirken.

 Am Ende sind diese Grenzen aufgehoben, die Räume geöffnet. Drei Menschen haben mit ihrer individuellen emotionalen Freiheit zusammen gefunden.

Wie bei allen Festivals im Tanzhaus sind die Workshops der beteiligten Tänzer mindestens genau so wichtig. Von diesen hätte man einiges lernen können.