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Braves Mädel oder lieber starke junge Frau?

Aubrey Fleming ist die perfekte Teenagerin. Nach einer Tochter wie ihr sehnen sich alle amerikanischen Vorstadt-Eltern. In der Schule bekommt sie nur die besten Noten; und in ihrer Freizeit nimmt sie Klavierstunden und schreibt nebenbei noch düstere Kurzgeschichten über eine junge Ausreißerin und Stripperin.

Braves Mädel oder lieber starke junge Frau?

Lindsay Lohan im Thriller "Ich weiß, wer mich getötet hat".

Aber das Idyll ist nicht von Dauer in Chris Sivertsons "Ich weiß, wer mich getötet hat". Nach einem Footballspiel verschwindet die von Lindsay Lohan gespielte Aubrey spurlos. Alles deutet daraufhin, dass sie in die Fänge eines sadistischen Serienkillers geraten ist. Doch Aubrey hat Glück. Anders als seine früheren Opfer findet man sie lebend. Nur ist sie nicht mehr die Gleiche. Si e behauptet, Dakota Moss zu sein, die Stripperin aus Aubreys Kurzgeschichten. Und: Ihr fehlen eine Hand und ein Bein.

Das Spiel mit Doppelgängern, gespaltenen Persönlichkeiten und Zwillingen hat eine lange Tradition im Genrekino. Vor allem die italienischen Giallo-Regisseure haben es geliebt, und Brian De Palma hat es in Hollywood perfektioniert. Nun tritt Chris Sivertson in seine Fußstapfen. Allerdings gelingt es ihm nicht, die Fäden in der Hand zu behalten. Mit jeder weiteren Wendung driftet seine stilistisch höchst reizvolle Genreübung weiter ins Abstruse ab.

Komplex und absurd

Was Lindsay Lohan an diesem so komplexen wie absurden Thriller gereizt haben dürfte, liegt auf der Hand. Schließlich hat sie selbst mit ihrem Image zu kämpfen. Es gibt mindestens zwei Lindsay Lohans: den Kinderstar von einst, den ihre Fans heute so vermissen, und dann ist da die junge Frau, die nur noch durch ihre privaten Exzesse von sich reden macht.

In Chris Sivertsons Thriller kann Lindsay Lohan tief in diese beiden Rollen ihres Lebens eintauchen, und dabei den Betrachter mit seinen Erwartungen und Vorurteilen konfrontieren. Man spürt in jeder Szene wie ernst es ihr mit Aubrey und Dakota ist. Dass sich die wilde, kämpferische Stripperin am Ende nicht nur als die Stärkere, sondern auch als die Wahrhaftigere entpuppt, sollte man auch als Statement eines gefallenen Stars verstehen.

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