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Bunter Blick auf die Ewigkeit

KÖLN Der bekannteste deutsche Maler hat ein Fenster für die berühmteste deutsche Kirche geschaffen. Gerhard Richter entwarf die Verglasung für das Südquerhausfenster des Kölner Doms. Am 25. August wird das Kunstwerk eingeweiht.

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Gerhard Richter in der Dombauhütte. Der Künstler hatte dem Domkapitel seinen Entwurf kostenlos zur Verfügung gestellt und auch die Realisation betreut.

Erste Bilder - hier ein Blick auf die Arbeitsbühne der Handwerker - vermitteln schon einen Eindruck von der fantastischen Farbigkeit des neuen Fensters im Kölner Dom. Das komplette Fenster darf erst am 25. August fotografiert werden. Foto Schock-Werner

Im Jahre 2002 bat Frau Dombaumeister Barbara Schock-Werner den Kölner Künstler um einen Entwurf. Für ihn war es der erste Auftrag von kirchlicher Seite. Vom Ergebnis zeigte sich das Domkapitel "zunächst überrascht", hatte es sich doch eine Darstellung von Märtyrern des 20. Jahrunderts gewünscht. Richter aber schlug eine rein abstrakte Lösung vor - eine Idee, der das Domkapitel erst nach langen Diskussionen zustimmte.

Das Fenster hat eine Scheitelhöhe von 22 Metern. 11 500 Quadrate in 72 Farbtönen füllen die 113 Quadratmeter große Fläche zwischen Wandstäben und Maßwerk.

Herausforderung an das Sehen

Nach Einschätzung von Dompropst Norbert Feldhoff fügt sich Richters Beitrag bestens in das Gesamtkunstwerk Kölner Dom ein: "Dieses Fenster stellt nichts Religiöses dar, aber eine Herausforderung des Sehens. Es regt zur Stille an, es schafft ein von Farben schillerndes Licht, es animiert, beseelt, regt zur Meditation an und schafft ein Flair, das für das Religiöse öffnet."

Das Gestaltungsprinzip basiert auf Zufall und Kalkül. Richter hatte per Zufallsgenerator die Anordnung der Farben bestimmt, mit denen eine Hälfte des Domfensters gefüllt wurde. "Die andere Hälfte ist die Spiegelung davon," erklärt der Künstler. Nach seiner Meinung weisen abstrakte Bilder wie sein Kirchenfenster in die transzendentale Sphäre, "weil sie eine Wirklichkeit veranschaulichen, die wir weder sehen noch beschreiben können."

Spender geben fast 400.000 Euro

Während der Entwurf ein Geschenk Gerhard Richters an den Dom ist, belaufen sich die Handwerkerkosten auf etwa 400 000 Euro. Das Geld ist bereits zu über 90 Prozent von einer Bürgerstiftung aufgebracht, der sich mehr als 1000 Spender angeschlossen haben.  Am Samstag, 25. August, um 11 Uhr wird das Fenster  mit einem Gottesdienst eingeweiht. Die Sitzplätze im Dom werden dann allerdings für die Spender reserviert sein.

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Gerhard Richter in der Dombauhütte. Der Künstler hatte dem Domkapitel seinen Entwurf kostenlos zur Verfügung gestellt und auch die Realisation betreut.

Erste Bilder - hier ein Blick auf die Arbeitsbühne der Handwerker - vermitteln schon einen Eindruck von der fantastischen Farbigkeit des neuen Fensters im Kölner Dom. Das komplette Fenster darf erst am 25. August fotografiert werden. Foto Schock-Werner

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