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Cherubino mag kein "ständiges Liebesgesülze"

GELSENKIRCHEN "Liebe ist die blödeste Erfindung der Welt", findet Cherubino. Deshalb soll das Orchester bitteschön aufhören, ständig "dieses Liebesgesülze" zu spielen. Aber Cherubinos Nörgelei kann den Beginn der Oper nicht aufhalten.

von Von Karsten Mark

, 26.11.2007
Cherubino mag kein "ständiges Liebesgesülze"

Machte den Kindern viel Spaß: Isabell Classen als Cherubino.

Und er kann seinen Freund Figaro auch nicht davon abhalten, sich seiner neuen Flamme Susanna zu widmen. Cherubino ist eifersüchtig und: "Cherubino mischt sich ein". So nennen Dramaturg Johann Casimir Eule und Regisseurin Bettina Lell ihre kindgerechte Kurzversion von Figaros Hochzeit, die seit dem Wochenende am Gelsenkirchener Musiktheater zu sehen ist.

Viele Klamauk-Einlagen

Brauchten Mozart und sein Librettist Da Ponte noch vier Akte und rund drei Stunden, um die verworrene Geschichte um Liebe, Eifersucht und das feudalistische Recht der ersten Nacht zu erzählen, sind es in der Kinder-Version nur noch knappe 60 Minuten. Außerdem belassen es die Autoren thematisch bei Liebe und Eifersucht. Vor allen Isabell Classen in der Hosenrolle des Cherubino, die auch als Erzähler durch das Stück führt, hält das kleine Publikum bei Stange und bindet die Kinder ein. Die Regisseurin würzt die Handlung mit allerlei Klamauk-Einlagen, die den Kindern einen Riesenspaß bereiten. Askan Geisler, engagiert als "Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung", macht genau diesen Job ausnahmsweise einmal vor Publikum. Vom Flügel aus, mit dem er den kleinstmöglichen Orchestersatz von drei Streichern und drei Bläsern bei Bedarf auffüllt, dirigiert er Sänger und Musiker.

Spielfreudig mit frischer Stimme

Mit Roman Tsotsalas als Figaro, Inga Lisa Lehr als Susanna, Martina Hetzenauer als Rosina und James Martin als Almaviva stehen junge und spielfreudige Solisten mit frischen Stimmen auf der Bühne. Regisseurin Lell lässt das gesamte Kleine Haus des Musiktheaters bespielen. Bei einigen Terzetten und Quartetten ergibt sich dadurch ein reizvoller Raumklang, in dem sich die einzelnen Stimmen gut unterscheiden lassen. So macht Oper Spaß - nicht nur Kindern.