Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Theater Hagen

Cinderellas Stiefmutter ist ein Hüne

Hagen Compagniechef Alfonso Palencia präsentiert mit Prokofiews „Cinderella“ sein erstes Handlungsballett im Theater Hagen. Ein zauberhaftes Stück für die ganze Familie.

Cinderellas Stiefmutter ist ein Hüne

Traumpaar: Da Ae Kim und Gustavo Barros als Cinderella und ihr Prinz Foto: Lefebvre

Zeitgenössischer Tanz und klassisches Handlungsballett wollten jahrzehntelang nicht mehr so recht zusammenpassen. Dabei hat das Publikum die Klassiker stets geliebt.

In besonderem Maße gilt das wohl für die Hagener Ballettfreunde. Dort sind Handlungsballette seit fast 15 Jahren wieder fester Bestandteil des Spielplans.

Moderner Klassiker

Daran möchte auch Hagens neuer Compagniechef Alfonso Palencia nichts ändern. Als zweite Produktion präsentiert er seine Sicht auf Prokofiews „Cinderella“ – einem eher modernen Klassiker von 1945. Am Samstag war Premiere.

Für den Choreografen ist das abendfüllende Handlungsballett auch eine persönliche Premiere. Allerdings, so sagt Palencia, habe ihn die „Cinderella“ schon länger beschäftigt: In jüngeren Jahren hätte er gerne selber einmal den Prinzen getanzt.

Energiegeladen

Die Identifikation ist durchaus spürbar. Das Solo, mit dem Gustavo Barros zum ersten Mal auf die Bühne kommt, ist so energiegeladen und elegant, dass es spontanen Zwischenapplaus gibt.

Aber auch die Hoffnung Palencias, mit dem Ausstatter Dorin Gal den passgenauen Partner für seine Vision der „Cinderella“ zu finden, hat sich offensichtlich erfüllt. Ohne überflüssigen Schnickschnack, aber durchaus opulent und wirkungsvoll geraten romantischer Feenwald und höfischer Ballsaal mit kleinen ironischen Einsprengseln unserer Zeit.

Zauberhafte Atmosphäre

Unverzichtbar für die zauberhafte Atmosphäre vieler Szenen sind die dezenten Videoeinspielungen von Rasmus Freese.

Humor ist neben der Romantik ohnehin eine der tragenden Säulen dieser Choreografie: Palencia folgt der jahrzehntealten Tradition, die Stiefmutter und ihre Töchter mit Männern zu besetzten.

Zänkische Schopping-Queens

Bobby Briscoe, ein ausgeprägt muskulöser Zwei-Meter-Hüne tanzt als Stiefmutter erstaunlich souverän auf hohen Absätzen und versprüht mit seinen „Töchtern“ Gennaro Chianese und Goncalo Martins da Silva mit schrillen Punk-Frisuren jede Menge Witz. Die affektierten, zänkischen Shopping-Queens, die sich beim Prinzenball schon mal besoffen auf die Nase legen, bilden den Gegenpart zur ehrlichen unverstellten Cinderella.

Da Ae Kim tanzt die Titelrolle mit großer Anmut und Leichtigkeit. Im Pas-de-deux mit Barros gelingt ihr eine innige Romantik, die ganz ohne aufgesetzten Kitsch auskommt. Bravo für ein perfektes Familienstück!

Termine: 19./29.4., 4./11./ 19./27./30.5., 6./10./ 28.6.; Karten: Tel. (02331) 2073218. www.theaterhagen.de

Anzeige
Anzeige