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Das Bild in deinem Kopf

DORTMUND Ein neues Buch macht Lust auf die Kunst von Holger Kätsch. Der Dortmunder Künstler verarbeitet Kindheitserinnerungen in seinen Werken. Einer der Texte stammt vom Ex-Feuilletonchef der Ruhr Nachrichten, Konrad Schmidt.

von Von Meike Jotzo

, 02.08.2007
Das Bild in deinem Kopf

Der Dortmunder Künstler Holger Kätsch in seinem Atelier.

Nur ein flüchtiger Blick reicht nicht aus, um die Bilder von Holger Kätsch zu erfassen. Dann wird man zwar ein hübsches Bild sehen, viele bunte Schemen und Symbole, die durch mehrere Schichten Lack an glänzende Marmorflächen erinnern. Doch das ist lediglich die Oberfläche. Das eigentliche Bild entsteht erst im Kopf eines jeden Betrachters.

In seinen Ausstellungen wird man deswegen auch keine Bildlegenden finden. Nur Kätsch selbst kennt seine eigenen Beweggründe, warum er etwa so oft Tapetenmuster einarbeitet.

Oder warum er eines seiner Werke „Mutterbild Papstbild“ genannt hat. Seine Erfahrungen aus Kindheit und Jugend spielen dabei die Hauptrolle: „Erwachsensein heißt nicht, die Kindheit zu vergessen, sondern sie zu verstehen“, erklärt Kätsch.

Zur letzten Ausstellungsreihe „Nimbus“ in sechs verschiedenen Museen ist ein Katalog erschienen, in dem vier Autoren ihre eigenen Sichtweisen der Bilder schildern, auf Details eingehen und die Machart beschreiben. Zur Serie „KreuzWegErkundung“ hat Konrad Schmidt seine Eindrücke geschildert, ehemaliger Feuilleton-Chef unserer Zeitung.

Anordnung

Auch, wie einzelne Bilder angeordnet sind, gehört für Kätsch zur Bildaussage. Vor jeder der sechs Ausstellungen ließ sich der Dortmunder den Grundriss geben – jedes Werk bekam seinen von ihm haargenau ausgewählten Platz. Welche Unterschiede sich dabei ergaben, ist jetzt in einer zusätzlichen Publikation dargestellt. Zusammenhängende Bildreihen waren teils wahlweise auseinandergerissen, was ihnen eine ganz andere Gewichtung gab.

Ende des Jahres ist die neue Ausstellung Kätschs in Ahaus zu sehen („Scherenmalerei“, 3. November bis 2. Dezember in der Villa van Delden, Ahaus). Die Publikationen zur Reihe „Nimbus“ ist bei den Ausstellern erhältlich, etwa der Galerie Ute Brummel in Dortmund oder dem Emschertal-Museum in Herne.