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Das Geld im Schlaf verdienen

MÜLHEIM Von solchen Gespenstern lässt sich Pasquale gerne heimsuchen: Er braucht nur seine Jacke über Nacht hängen zu lassen, und schon sind die Taschen wieder voller Geld. Offenbar können sie ihn gut leiden - auch wenn alle Welt erzählt, dass die gequälten Seelen eher Böses im Schilde haben. "Da kann man nichts machen", sagt sich Pasquale, "ist eben Spuk."

von Von Karsten Mark

, 14.12.2007
Das Geld im Schlaf verdienen

Magische Bühne in Mülheim - für die "Gespenster".

Mit "Diese Gespenster" hat Regisseur Roberto Ciulli am Freitagabend seine dreiteilige Eduardo-de-Filippo-Reihe am Mülheimer Theater an der Ruhr fortgesetzt. Entstanden ist die Komödie 1946, und sie gibt einen Spiegel dieser Zeit im Nachkriegsitalien. Pasquale ist ein armer Schlucker mit großen Plänen und wenig Erfolg. So lebt er am Ende vom Geld eines vermeintlichen Gespenstes, das ihm sogar immer mal wieder begegnet. Es ist der reiche Liebhaber seiner Frau, aber diese Wahrheit will er nicht sehen: Ohne das Geld der Gespenster wäre er ruiniert. Also bleibt er lieber in seiner welt-entrückten Wohnung und Gedankenwelt.

Zweiter Teil der De Filippo-Reihe

Auch im zweiten Teil der Reihe variiert De Filippo wieder das Thema des offenen Betruges. Es ist dem Stück anzumerken, dass es aus einer Reifezeit des Autors stammt. Die Handlung entwickelt sich stringenter, der komödiantische Übermut und Hang zum Absurden hatte sich beim Mittvierziger De Filippo wohl gelegt - so wie in der Gesellschaft, in der er lebte.

Dichte Tragikomödie mit viel Atmosphäre

Ciulli inszeniert es zu einer Tragikomödie, die über alle drei Akte hinweg eine starke Geschlossenheit wahrt. Rupert Seidl stellt als Pasquale schön heraus, dass er eine tragische Gestalt verkörpert. Glänzend komisch spielt auch Klaus Herzog den schrillen Hausmeister Raffaele. Die dichte Atmosphäre erreicht Ciulli schon durch ein fahles Seitenlicht, das von außen auf die Bühne fällt. Ein starkes Stück.

 

Karten: Tel. (0208) 5 99 01 88.