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Das Lächeln der Stars

GELSENKIRCHEN Er hat Iris Berben fotografiert. Und Helge Schneider. Und die Fantastischen Vier. Aber am meisten beeindruckt hat den Fotografen Harald Hoffmann die Begegnung mit Hildegard Knef, die er wenige Monate vor ihrem Tod ablichtete.

Das Lächeln der Stars

<p>Hintergründiges Lächeln: Iris Berben ließ sich von Harald Hoffmann im Garten fotografieren.</p>

Er traf die Knef 2001 an einem warmfeuchten Tag in Berlin. So schwül war es, dass selbst der Fotograf nach Luft schnappte. Die betagte Schauspielerin litt an Atemnot, wollte das Treffen aber keinesfalls verschieben. "Wir haben ja schließlich einen Termin", betonte der Weltstar und nahm - diszipliniert bis in die Fingerspitzen - jede gewünschte Pose ein. "Trotz ihrer körperlichen Schwäche hat sie noch Stärke ausgestrahlt", sagt Hoffmann über das wunderbare Bild, das trotz aller Falten eine faszinierende Frau zeigt.

"schön geworden" heißt die Schau mit mehr als 30 Porträtfotos, die Harald Hoffmann im Wissenschaftspark Gelsenkirchen präsentiert. Einen hochgestochenen Ausstellungs-Titel habe er vermeiden wollen, sagt der 50-jährige Lichtbildner. "schön geworden" dagegen ist ein typischer Ausspruch der Stars, wenn sie zum ersten Mal die Kontaktabzüge sehen.

Hoffmann verdient sein Geld mit PR-Fotos, etwa für CD-Cover oder zur Veröffentlichung in Magazinen. Doch Werbe-Bilder macht er nicht. Genial, wie er stattdessen das Charisma der Stars einfängt. Wie tiefgründig diese ruhigen, ernsten Erkundungen von Menschen wirken, die jeder zu kennen glaubt.

Die Missfits lassen die Arme hängen, vielleicht wegen der schweren Boxhandschuhe. Iris Berben schmunzelt hintergründig. Peter Lohmeyer ragt markant nach vorne. Selbst Wolfgang Clement sieht aus wie Gary Cooper. Wie macht der Fotograf das bloß?

"Natürlich gehe nicht auf die Suche nach dem letzten Pickel", erklärt Hoffmann. "Ich möchte, dass die Persönlichkeit ´rüberkommt." Lichtführung, natürliche Posen und vor allem die Augen eines Menschen stehen im Zentrum seiner Arbeit. Wenn alles stimmt, geht´s schnell: "Peter Lohmeyer habe ich in einer Garageneinfahrt fotografiert." Die "Fantastischen Vier" hatten in Dresden nur 20 Minuten Zeit. Doch die Charakter-Bilder gefielen der Band so gut, dass sie ihre Best of-CD damit gestalteten.

Bei Helge Schneider (der sich ungern knipsen lässt) kam Hoffmann der Zufall zu Hilfe. Ein Hund kam vorbei und bleckte die Zähne, als wollte er den Star beschützen. "Da habe ich draufgedrückt." Manchmal ist eben auch das Glück mit den Tüchtigen...

Wissenschaftspark Gelsenkirchen: "schön geworden" - Fotos von Harald Hoffmann, Munscheidstr. 14, bis 2.9., geöffnet tgl. 8-17 Uhr.

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