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Red Dot Museum Essen

Designer machen aus Plakaten coole Kleider

Essen Was haben Kölner Bier, die Bibel und ein Plakat der Bielefelder Philharmonie gemeinsam? Alle drei haben den „Red Dot Design Award“, den international angesehenen Preis für Kommunikationsdesign, gewonnen. Deshalb sind sie im „Red Dot Design Museum Essen“ in der Sonderausstellung „Creative Exchange“ zu sehen. U(nd außerdem Plakate, aus denen Kleider geworden sind.

Designer machen aus Plakaten coole Kleider

Diese tragbaren Poster eines südkoreanischen Buchclubs erhielten für ihr Design einen Grand Prix. Foto: Schaftner

Den Besuchern springt die Kreativität im Ausstellungsraum von allen Seiten entgegen. An der Wand hängt das Plakat der Bielefelder Philharmonie, das Felsen in Ohrenform und fliegende Gänse zeigt, die zur Hälfte zu Trompeten mutiert sind.

72 Gewinner kommen aus NRW

In einer Glasvitrine steht die Fassbrause „Früh Sport“, die mit Wiedererkennungswert und auffälligem Rot überzeugt. Die Bibel zeigt sich im neuen Designer-Umschlag. Das sind drei von 72 Gewinnern aus Nordrhein-Westfalen.

Die Schau setzt den regionalen Schwerpunkt nicht nur wegen des Heimatbezugs. „Sondern auch, weil NRW einen starken Markt für die Kreativbranche bietet“, sagt Björn Steinhoff, Pressesprecher des „Red Dot Design Awards“. Die fünf Grand Prix des Wettbewerbs gingen jedoch ausschließlich an internationale Bewerber.

Einen davon erhielt ein südkoreanischer Buchclub für seine Plakate zum Anziehen. Auf jedem Poster aus Textilstoff ist eine lesende Figur dargestellt, durch deren Kopf der Träger schlüpfen kann. In ihrer Begründung schreibt die Jury, dass die Plakate das ungenutzte Potenzial von Printprodukten zeigen.

Meilenstein für Designer

Insgesamt verzeichnete der Wettbewerb 8051 Einsendungen aus 50 Ländern. Viele kamen von internationalen Agenturen. „Red Dot gilt auf der ganzen Welt als wichtiger Meilenstein für Designer“, sagt Steinhoff. Etwa jeder zehnte Bewerber erhielt 2017 einen Award.

Das Essener Museum zeigt nicht sämtliche der knapp 800 Gewinner, aber eine gute Mischung aus allen Kategorien. Auf Fernsehbildschirmen laufen kurze Filme und Werbeclips und an Computertischen können sich die Besucher durch die prämierten Webseiten klicken. Nur eine Ordnung lässt sich im Ausstellungsraum nicht erkennen, weder nach Kategorien noch nach Ländern. Aber das kreative Chaos gehört zur Designbranche wohl einfach dazu.

Red Dot Design Museum Essen: „Creative Exchange“, bis 3.6., Gelsenkirchener Str. 181, Di-So 11-18 Uhr.

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