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"Die Chinesen singen Puccini im Park"

DORTMUND/BOCHUM Chinesische Musiker wie Cellostar Yo-Yo Ma, die Pianisten Lang Lang und Niu Niu, geben den Ton an. Bildende Künstler aus dem Reich der Mitte erobern den Kunstmarkt. Julia Gaß sprach mit Raoul David Findeisen, Professor für Sprache und Literatur Chinas von der Ruhr Universität Bochum über chinesische Kultur.

von Von Julia Gaß

, 16.01.2008
"Die Chinesen singen Puccini im Park"

Warum sind chinesische Künstler so gut?

Findeisen: Erstens gibt es viele Chinesen. Dann gibt es in China eine ausgeprägte Tradition des Lernens durch Nachahmen. Viele Dreijährige üben mit einer Geige unterm Kinn mehrere Stunden am Tag, das ist eine Selbstverständlichkeit. Und China war lange abgeschnitten. Die Kinder, die in den 80er Jahren viel geübt haben, sind nun in dem Alter, in dem sie international Aufsehen erregen. Gleiches gilt für die bildenden Künstler, deren Technik auch hohes Ansehen hat.

Lang Lang hat einmal gesagt, für Kinder in China sei Klavier spielen so cool wie bei uns Fußball.

Findeisen: Musik ist auch bei Erwachsenen populärer. In China können Sie frühmorgens in einem Park Menschen sehen, die Arien von Verdi und Puccini vor sich hin singen. Das ist mir in Bochum noch nie passiert.

Warum heißt Niu Niu "kleiner Büffel", und nicht "Büffel, Büffel"?

Findeisen: Die Verdoppelung gleicher Silben ist auch in anderen Sprachen als Verkleinerungsform gebräuchlich. Niu heißt Büffel, Niu Niu deshalb kleiner Büffel.

Und Yo-Yo kleiner Freund?

Findeisen: Es ist als vertrauliche Anrede gemeint, also Busen- oder Herzensfreund.

Und was heißt Lang Lang?

Findeisen: Je nachdem wie die chinesischen Schriftzeichen aussehen, entweder "edler Herr" oder Wolf. Ich glaube eher "edler Herr".

Warum werden manche Namen mit Bindestrich geschrieben, andere aber nicht?

Findeisen: Eigentlich werden Bindestriche gar nicht benutzt. Das legt nur der Manager der Künstler fest.

 

Für das Konzert des chinesischen Meistercellisten Yo-Yo Ma heute (17.1.), 20 Uhr, im Konzerthaus Dortmund gibt es noch einige Restkarten unter Tel. (0231) 22 69 62 00.