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Die Damen Langfinger sind wieder unterwegs

„Ocean‘s Eight“ läuft neu im Kino an

Danny Ocean ist tot, es lebe seine Schwester: Sandra Bullock geht in „Ocean’s Eight“ mit einer Damenriege auf Juwelenraub – alles wie gehabt.

von Kai-Uwe Brinkmann

, 19.06.2018
Die Damen Langfinger sind wieder unterwegs

Planung ist alles, weiß Debbie Ocean (Sandra Bullock (l.), die sich mit ihren Komplizinnen (v.l.) Sarah Paulson, Rihanna, Cate Blanchett und Awkwafina über das Museum schlau macht, wo die Damen zuschlagen wollen. © Foto Warner Bros.

Zerknirscht und kleinlaut hockt die Frau vor den Justizbeamten. Nie wieder werde sie krumme Dinger drehen. Sie wolle ein normales Leben, einen Job, ein Heim und weiter nichts. Dann wird sie aus dem Gefängnis entlassen, wo sie fünf Jahre abgesessen hat.

Betrügerische Trick-Einkäufe

Kaum auf freiem Fuß brezelt sie sich auf, logiert auf fremder Leute Kosten im Hotel und startet eine Serie von betrügerischen Trick-„Einkäufen“. Von wegen geläutert - Debbie Ocean (Sandra Bullock) hat die Schlawiner-Gene ihres Bruders Danny (George Clooney), dessen Raubzüge wir in „Ocean‘s Eleven“ und weiteren zwei Filmen bewundern durften.

Danny hat das Zeitliche gesegnet, aber so leicht lässt man in Hollywood keine etablierte Marke sterben. Nun ist es eben Dannys Schwester, die ein Team zusammentrommelt und mit den „Ocean‘s Eight“ einen spektakulären Coup in Angriff nimmt. In der Regie von Gary Ross geht Steven Soderberghs „Ocean“-Franchise in die nächste Runde, jetzt mit einem prominenten Damenkränzchen.

Ein Collier von Cartier

Zuerst holt Debbie ihre alte Freundin Lou (Cate Blanchett) ins Boot. Die hat wenig Lust, in ihrem Club immer nur Wodka zu panschen und hört mit Begeisterung, was Debbie in fünf Jahren Knast ausgeheckt hat: Sie plant einen großen Juwelenraub. Zuschlagen will sie im New Yorker Metropolitan Museum, wo eine Spendengala die Reichen und Schönen anlockt. Debbie wird dafür sorgen, dass die Stil-Ikone Daphne Kluger (Anne Hathaway) ein 150 Millionen Dollar-Collier von Cartier trägt. Und das will sie der Dame abknöpfen.

Im Stil einer Revue, unterlegt mit elegant mondänem Soulfunk, heuern Debbie und Lou Komplizinnen an. Helena Bonham Carter spielt eine Modedesignerin, die dem It-Girl Daphne das Collier schmackhaft macht. Rihanna gibt das flippige Rasta-Mädel, das als Hackerin gebraucht wird. Eine asiatische Taschendiebin ist dabei, eine Diamantenkennerin, eine Logistik-Expertin. Macht sieben Damen.

Polierte Oberfläche

Die achte Lady wird erst später Teil der Verschwörung, eine der wenigen Überraschungen des Films. Ansonsten läuft alles wie am Schnürchen und wie gehabt in diesem Komödien-Thriller. Der Film ist eine Reprise seiner Vorgänger: Knallige Hochglanz-Optik, erlesener Luxus in der Ausstattung, exquisiter Soundtrack, eine Inszenierung mit Show-Charakter.

Die Macher gehen auf Nummer sicher, alles ist auf gefällig getrimmt, die Oberfläche gewienert. Soundso lange kriecht man dem Kommerz-Vehikel auf den Leim, schmunzelt über kleine Witzchen, sieht einem Unterhaltungs-Uhrwerk zu, bei dem alle Rädchen ineinandergreifen. Irgendwann nach Hälfte des Streifens beschleicht einen das Gefühl, hier werde mit viel Blendwerk ein Mangel an Ideen kaschiert.

Es ist so: „Ocean‘s Eight“ ist ein Film von geistiger Mechanik, die bloße Wiederholung einer Formel. Nur eben mit Frauen.

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