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Im Kino

„Die Spur“ wagt den Spagat zwischen Öko-Parabel und Krimi

Dortmund Agnieszka Hollands Film ist ein Zwitter aus Mystery-Drame und Öko-Parabel. Spannend ist das nur bedingt.

„Die Spur“ wagt den Spagat zwischen Öko-Parabel und Krimi

Janina (Agnieszka Mandat) ist mit dem Insektenforscher Boros (Miroslav Krobot) im Wald unterwegs.Foto: Filmkino

Die Polin Janina lebt in einem malerischen Holzhaus draußen vor der Stadt. Sie ist ein Naturmensch, der seine Hunde liebt, den Wald, die Pflanzen und Tiere. Ihr Draht zur Schöpfung ist durchaus spiritueller Natur, sie pfeift aber auf die Kirche und die Pfaffen, und als ein Insektenforscher die Religion ein „Beruhigungsritual“ nennt, kann sie nur zustimmen.

Natur-Meditationen

Oh ja, die Alte ist ziemlich schrullig. Früher hätte man Janina vielleicht eine Hexe genannt, weil sie eigene Wege geht und scheinbar geheimes Wissen über die Natur anzapft. Eben diese stolze Eigenbrötlerei lässt sie zur Heldin von Agnieszka Hollands „Die Spur“ werden, einem Film, der sich als Zwitter aus Öko-Parabel und Mystery-Drama beschreiben ließe.

Die Kamera weidet sich an Bildern von Wald und Flur, kleinen Natur-Meditationen, wo äsende Rehe, ein Dachs oder Wildschweine auftauchen. Die suchen das Weite, wenn Jäger eine Treibjagd veranstalten. Janina (selbstredend Vegetarierin) hat für Jäger nur Verachtung übrig. Deren Geschäft ist für sie nichts als blanker Mord. Mehrfach hat sie Wilderer bei der Polizei angezeigt, geschehen ist nichts. „Tiere haben keine Seele!“, sagt der Pfarrer zu Janina. Sie könnte ihm eine runterhauen dafür.

Eine Frau mit Prinzipien

„Die Spur“ beginnt als Porträt einer herzensguten Frau mit Prinzipien, die von Agnieszka Mandat sehr einnehmend gespielt wird. Ihre Janina hat eine feine Antenne für Gut und Böse, ein wenig Spökenkiekerei ist auch dabei, denn Janina glaubt fest an die Astrologie. Man kann sich leicht anfreunden mit dieser patenten Frau und ihrem Kleinkrieg gegen die Jäger und die Fuchsfarm.

Als ein Wilderer und der Polizeichef sterben, mausert sich die Geschichte zum leisen Krimi. Was bedeuten Rehspuren im Schnee? Hat Mutter Natur sich gerächt? Der Postbote raunt von dunklen Geschäften, Bordell und Casino. Es riecht nach Schweden-Krimi, zum Thriller reicht es aber nicht. Lässt man die Augenwischerei beiseite, bleibt eine leidlich unterhaltsame Moritat mit feministischer Note - (viele) Männer sind Schweine. Und Tiere sind die besseren Menschen? Nun ja.

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