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Die spinnen, die Filmemacher

Die „Asterix“-Comics von Albert Uderzo und René Goscinny bestechen nicht nur durch ihren zeitlosen Witz, sie sind auch Meisterwerke erzählerischer Ökonomie. Deshalb konnten schon die ersten beiden „Asterix“-Realfilme den Comics nicht gerecht werden. Aber Frédéric Forestier und Thomas Langmann haben jetzt „Asterix bei den Olympischen Spielen“ bis zur Unkenntlichkeit entstellt.

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Die spinnen, die Filmemacher

Kleine Zugabe für Rennsportfreunde: Michael Schumacher lenkt beim Wagenrennen einen Ferrari-roten Streitwagen.

In einem Anflug von schon an Größenwahn grenzender Verblendung haben sich Forestier und Langmann dafür entschieden, die Geschichte um die Teilnahme der Gallier an den Olympischen Spielen auf eine Filmlänge von beinahe zwei Stunden auszudehnen. Ihnen blieb also nichts anderes übrig: Sie mussten ihre Vorlage um neue Handlungsstränge erweitern, und die sind im besten Fall überflüssig, im schlimmsten sogar ärgerlich wie die missratene Hommage an „Cyrano de Bergerac“.

Nie den richtigen Ton gefunden

Nun komplizieren sowohl romantische als auch politische Verwicklungen diese eigentlich simple Geschichte, in der die freiheitsliebenden Gallier um Asterix ein weiteres Mal über die Römer triumphieren. Der Gallier Romantix hat sich in die griechische Prinzessin Irina verliebt. Doch die ist Cäsars Sohn Brutus (Benoît Poelvoorde) versprochen. Da Irina lieber Romantix heiraten will, schlägt sie vor, dass der Sieger der Olympischen Spiele um ihre Hand erhalten soll. Das ruft Asterix, der diesmal von Clovis Cornillac verkörpert wird, und seine Freunde auf den Plan.

Die römischen Intrigen – Brutus versucht nebenbei ständig, Cäsar (Alain Delon) ermorden zu lassen – hätten eine reizvolle Ergänzung zu der von Uderzo und Goscinny erdachten Geschichte ein können. Nur findet Langmann, der auch das Drehbuch geschrieben hat, nie den richtigen Ton. Der Konflikt zwischen Brutus und Cäsar ist ein albernes Geplänkel, in dem mit Delon und Poelvoorde zwei große Darsteller verheizt werden. Und so geht es dem gesamten Ensemble, zu dem auch Gérard Depardieu in seiner angestammten Rolle als Obelix, Jean-Pierre Cassel und Michael Herbig zählen. Forestier und Langmann dehnen jeden ihrer an sich schon sehr dünnen Gags solange aus, bis sie noch den letzten Rest an Komik eingebüßt haben.

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