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Diesmal keine Sensation

Vor neun Jahren war Shekhar Kapurs Historienfilm "Elizabeth" eine kleine Sensation. Seine Hauptdarstellerin Cate Blanchett machte der Streifen über Nacht zum Star. Nun führt Kapur die Erzählung mit "Elizabeth - Das goldene Zeitalter" weiter.

von Von Sascha Westphal

, 19.12.2007

 

Das Porträt der jungen Elizabeth, die sich aus eigener Kraft in die jungfräuliche Königin Elizabeth I. verwandelt hat, bestach damals durch seinen ungewöhnlichen Stil. Die Bilder des aus Indien stammenden Regisseurs ließen die Königin in einem neuen Licht erscheinen.

In der Fortsetzung erleben wir England im Jahre 1585. Elizabeth (wieder Cate Blanchett) hat ihre Macht konsolidiert. Aber sie hat immer noch mächtige Feinde. Da ist zum einen ihre Cousine Mary Stuart (Samantha Morton), die im schottischen Exil darauf wartet, den englischen Thron zu besteigen. Und der strenge Katholik Philip II. von Spanien (Jordi Mollà) hat geschworen, das Reich der protestantischen Königin zu zerschlagen. Währenddessen sucht Elizabeth nach einem passenden Ehemann.

Schwülstiges Abenteuer

Zu diesen politischen Verwicklungen gesellen sich dann noch die Irrungen und Wirrungen des Herzens. Die Königin verliebt sich in den Abenteurer Walter Raleigh, den Clive Owen mit so viel glutäugiger Romantik versieht, dass man meinen könnte, er sei vom Geist Errol Flynns besessen. So wird aus einem Drama, das sich anschickte, zentrale Ereignisse der Weltgeschichte neu zu reflektieren, ein schwülstiges Mantel- und Degen-Abenteuer.

Anders als sein Vorgänger scheitert "Elizabeth - Das goldene Zeitalter" an seinem komplexen Thema. Das beginnt schon bei der Darstellung Philips II., der hier nichts als ein Intrigant und religiöser Wirrkopf ist.

Die simple ideologische Trennlinie, die zwischen den bösen Katholiken und den guten Anglikanern verläuft, hat einen mehr als nur schalen Beigeschmack. Statt einer ernsthaften Analyse präsentiert uns Kapur nur billige Propaganda, die auch filmisch weit hinter den Maßstäben zurückbleibt, die er vor neun Jahren selbst gesetzt hat.

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