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Ein Ausnahmekönner mit erst 22 Jahren

GELSENKIRCHEN Einmal in jeder Saison dirigiert Samuel Bächli, der Opernchef des Musiktheaters im Revier, ein Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen, und immer wartet sein Programm mit Überraschungen auf. Diesmal gab es leichte Kost, die das Publikum zunehmend erheiterte.

von Von Heinz-Albert Heindrichs

, 11.12.2007
Ein Ausnahmekönner mit erst 22 Jahren

Trompeter Giuliano Sommerhalder.

Erste Überraschung: Antonin Dvoraks turbulente Ouvertüre "Karneval", mit der Bächli und das Orchester die vorweihnachtliche Stimmung wohl durchbrechen wollten. Sodann endlich einmal ein Stück vom französischen Außenseiter Gabriel Fauré: seine Suite "Masques et Bergamasqes" imaginiert in fünf Tänzen die Zeit des Rokoko, und sie tut dies graziös und mit feinem Humor.

Bächli überraschte

Drittens überraschte Bächli mit einer Musik, die nicht im Programmheft stand: mit einer Haydn-Sinfonie in g-moll, die sich als das spritzigste, meisterlichste Stück des Abends erwies. Was für ein Einfallsreichtum! Der alte Papa Haydn - er klingt so jung wie eh, zumal wenn er so glänzend musiziert wird.

Schließlich hatte das Konzert einen hier noch unbekannten Star zu bieten, der das Publikum mit seiner Virtuosität richtig überrumpelte: den Trompeter Giuliano Sommerhalder, gerade einmal 22 Jahre alt, aber schon mit Preisen überhäuft. Ausgebildet hat ihn sein Vater Max Sommerhalder, der die Trompetenklasse an der Detmolder Musikhochschule leitet.

Beifall nahm kein Ende

Giuliano stellte sich mit einem Trompetenkonzert des Franzosen Henri Tomasi (1901-1971) vor, das artistische Solopassagen bietet, über die man nur staunen kann. Das zweite Virtuosenstück war eine Fantasie über Motive aus Verdis "La Traviata" von Almicare Ponchielli (1834-86). Vater Max Sommerhalder hat es für Trompete und Orchester instrumentiert. Als Stück ein Unikum, ist die Fantasie für Giuliano eine einmalige Artistennummer, um sein Ausnahmekönnen, wie weiland Paganini oder Liszt, optimal zu beweisen. Danach wollte Beifall kein Ende nehmen.