Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ein Freudenfest mit Queen Esther und „ihren Babies“

ESSEN Sicher ist es Show und professionelles Entertainment, was Queen Esther Marrow und ihre Harlem Gospel Singers bieten. Doch es gibt Momente, wo deutlich wird, wieviel Herzblut, Seele, Leidenschaft im Spiel ist: Als Queen Esther das Publikum beschwört („We are one! – „Wir sind eins!“), sieht man, wie ihr das Wasser in die Augen schießt. Alle Menschen sind Brüder, und wenn es jeder kapierte, wäre die Welt eine bessere.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 30.12.2007

Am Ende des Gastspiels in der Essener Philharmonie wird die Mutter der besten aller Gospeltruppen diesen Appell wiederholen. Da haben Queen Esther und „ihre Babies“, wie sie den Chor nennt, ein kleines Freudenfest losgetreten. Die ach so reservierten Deutschen stehen in den Rängen und klatschen den Takt von „Oh, Happy Day“.

„That´s Spirit“

Immer wieder faszinierend zu beobachten, wie der Funke überspringt. Weil Darbietung und Botschaft perfekt harmonieren. „That's Spirit“ heißt das neue Programm der Harlem Gospel Singers. Alle Lieder variieren eine Geschichte: Dank „King Jesus“ habe ich einen Sinn gefunden, eine höhere Ebene („Higher Ground“) erreicht und von dort den Ausblick auf eine Welt voller Liebe („I See A World“).

Exzellente Musiker

Im Rücken hat der achtköpfige Chor ein Quintett exzellenter Musiker. Sie flechten den Rhythmusteppich, kriegen aber auch ein Imponiersolo. Grandios: Kevin Harrington am Schlagzeug. Bandchef Anthony Evans holt perlende Läufe aus dem Flügel. Wenn er will, zeigt er das Clowns-Temperament eines Little Richard.

Auch die Sänger wechseln zwischen Solo- und Ensemblepassagen. Susu Bobien hat eine Röhre wie Tina Turner, Rodney Archie den Tenor eines Soul-Crooners. Rebecca Cummings kommt hörbar von der Oper. Wenn alle acht A-cappella-Spirituals singen, füllen sie ohne Mikro die ganze Halle. Und liefern dazu spritzig dynamische Bewegungschoreografie. 

Dann ist da Queen Esther. Auch stimmlich die Löwin, die ihr Rudel führt. Alles drin: Strahlkraft, Glut, Gefühlstiefe, Volumen. Was für eine Stimme!

Am 26. und 27. Januar Gastspiele im Konzerthaus Dortmund.

  

Lesen Sie jetzt