Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ein begehrtes Staubkorn

„Horton hört ein Hu“, eine Animation aus den Blue Sky Studios („Ice Age“), zerfällt optisch in zwei Teile: Hier der Urwald mit dem knuffigen Elefanten Horton. Dort die Welt der Hus, kleiner als klein, denn sie leben auf einem Pollenkorn.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 11.03.2008
Ein begehrtes Staubkorn

Ein ernstes Wort zwischen Dschungelbewohnerin Känguru und Horton.

Mikro- und Makrokosmos. Man kann sich das ungefähr so vorstellen: „Der Grinch“ trifft „Das Dschungelbuch“. Die Hus in „Horton“ erinnern nicht von ungefähr an die Dorfbewohner im Whoville des „Grinch“: Beide entspringen der Fantasie des Dr. Seuss (1904-1991), dessen Bücher im englischen Sprachraum moderne Klassiker sind.

„Horton hört ein Hu“ startet mit demonstrativer Perfektion in Sachen Computertrick. Wasser, Tropfen und Spiegelungen. Dickhäuter Horton nimmt ein Bad. Der Rüssel wird zur Brause, die Ohren zur Badekappe oder zum Paddel. Schalltrichter sind sie auch, so sensibel, dass Horton ein Staubkorn als Geräuschquelle ausmacht. Er fängt den Winzling ein und lässt sich nicht beirren: Das Ding hat Hu! gemacht.

Zu viele Spagate

Keiner glaubt ihm. Eine Känguru-Dame hetzt Horton einen Geier auf den Hals, der ihm das Körnchen abjagen soll. Vlad heißt er, spricht im Original wie der konsonantenrrrollende Bela Lugosi und hält seine Schwingen wie Dracula den Umhang. Ein Gag für Cineasten. Später wird Horton in Fesseln gelegt, ein Motiv aus „Gullivers Reisen“.

Für die Kleinen gibt es Slapstick. Horton und die Hängebrücke. Affen und Bananen-Kanone. Bei einer Traumsequenz mit Superheld wechselt der Film in den Look japanischer Mangas. - Zu viel der Spagate: Der Film schlingert zwischen Kinderjux und Komik für Erwachsene. Das Gehoppel zwischen Hu-Heim (ein Fantasialand als Zerrbild Amerikas) und dem Dschungel markiert einen ständigen Stilbruch. Das Resultat: Mit beiden Welten wird man nicht recht warm. „Horton hört ein Hu“ (Regie: Steve Martino, Jimmy Hayward) kann die Klasse von „Ice Age“ nicht halten.  

Ab Donnerstag im Kino.