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Einsiedler mit Galgenhumor

HANNOVER Seine übertriebenen Darstellungen waren herrlich gemein, seine Figuren ungeniert schadenfroh: Wilhelm Busch hat mit seinen Bildergeschichten die Bösartigkeit des Menschen entlarvt, doch über seine eigene Person gab er nichts preis.

Einsiedler mit Galgenhumor

Auch Schneider Böck muss bei Max und Moritz dran glauben.

Heute vor 100 Jahren ist der Maler, Zeichner und Karikaturist gestorben. Aber seine Geschichten leben bis heute weiter, funktionieren durch den Spaß an Gehässigkeit und Schadenfreude. Wie genossen es seine Figuren Max und Moritz, mit ihren grausamen Streichen dem Bäcker, Schneider oder anderen Dorfbewohnern eins auszuwischen. Die Bosheit war auch Hans Huckebeins „Hauptpläsir“. Besonders das Spießbürgertum bekam in seinen Geschichten sein Fett weg. Belehren wollte Busch aber nicht, mit keiner Moral die Geschichten schließen. Im Gegenteil, am Ende steht oft der Tod – grausam, versteht sich. Da verkohlt die fromme Helene „hilflos und mit Angstgewimmer“, trocknen Max und Moritz „fein geschroten und in Stücken“.

Buschs Interesse galt der Malerei

Auf Wunsch seines Vaters studierte Busch, der 1832 geboren wurde, Maschinenbau in Hannover, sein Interesse aber galt der Malerei. Kurz vor dem Examen brach er das Studium ab und wurde an der Kunstakademie Düsseldorf angenommen. Doch auch dort hielt es ihn nicht lange. 1852 ging er nach Antwerpen, um Malerei zu studieren, dann nach München, und kam schließlich zu der Erkenntnis, dass er den akademischen Lehrmethoden nicht folgen wollte.

In den Reihen des Künstlervereines „Jung-München“ übte er sich selbst in Malerei und spielte mit dem Gedanken, nach Brasilien zu gehen, um dort Bienen zu züchten, bevor seine Laufbahn als Karikaturist begann. Privat blieb Busch immer ein Einzelgänger, ließ sich von Biografen nicht in die Karten schauen.

Ewiger Junggeselle

Er liebte das Bier, war leidenschaftlicher Raucher und blieb ein Leben lang Junggeselle, seine Liebe zu der Bankierstochter und engen Freundin Johanna Kessler unerfüllt. 1872 zog Busch sich in seinen Heimatort Wiedensahl bei Hannover zurück und veröffentlichte bis 1884 seine Geschichten, bevor er sich vier Jahre später ins Pfarrhaus zu seiner Schwester Fanny und seinem Schwager Hermann Nöldecke in Wiedensahl zurückzog. 1908 starb Wilhelm Busch an Herzversagen.

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