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Erfolgsrezept: Schadenfreude

OBERHAUSEN "Ja, zur Übeltätigkeit, ja, dazu ist man bereit! Menschen necken, Tiere quälen!" Mit ihren fiesen Streichen trieben Max und Moritz nicht nur der Witwe Bolte so manche Träne ins Auge.

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Die wohl bekanntesten kleinen bestien: Max und Moritz

Nasenattacken als bevorzugtes Schlachtfeld. "Schmied und Teufel" von 1867.

Bis heute haben die Bildergeschichten von Wilhelm Busch nicht an Reiz verloren. Es ist die Schadenfreude, die uns Menschen die schönste ist und auf die Busch setzte. Seine bewegte Bilderwelt birst vor herrlicher Bösartigkeit und Gehässigkeit, die der Betrachter ausleben darf. Anlässlich des 175. Geburtstags des Karikaturisten zeigt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen die Ausstellung "Herzenspein und Nasenschmerz". Auf den "Zinken" gab es nämlich immer genug in Buschs Geschichten. Er wurde eingeklemmt, angestoßen oder einfach abgesäbelt.

Vorreiter des modernen Comics

"Busch war kein Humorist", erklärt Hans Joachim Neyer, Direktor des Wilhelm-Busch-Museums in Hannover. "Er war Pessimist und sein Erfolgsrezept war die Grausamkeit." Der Karikaturist gilt als Vorreiter des modernen Comics, der Disney- und Chaplin-Filme. Als modern galt er schon zu Lebzeiten, weil er die Welt und die Menschen nicht, wie damals üblich, in erhabener Schönheit darstellte, sondern so, wie sie wirklich war - banal und alltäglich. So entging keine Schwäche seiner spitzen Feder. Man sieht deformierte Ideale, angeschwollene Körperteile und triefende Nasen.

Ausstellung zeigt unbekannte Malereien

Im Alter von 15 Jahren begann Busch 1847 das Studium des Maschinenbaus. Doch, man mag es erahnen, in seinen Notizblöcken fanden sich nicht etwa Mitschriften des Lehrstoffes, sondern groteske Karikaturen seiner Lehrer und Mitschüler. Vier Jahre später warf er das Studium hin und schulte sein Talent an der Düsseldorfer Kunstakadmie.

    Erst nach seinem Tod wurde bekannt, dass Busch auch Maler war, denn zu Lebzeiten wurden seine Gemälde nicht veröffentlicht. Neben seinen Bildergeschichten zeigt die Ausstellung auch diese Werke und die anderer Karikaturisten wie Hogarth und Ungerer. 100 Exponate, überwiegend aus dem Bestand des Wilhelm-Busch-Museums Hannover, legen dar, wie seine Karikatur in die moderne Bilderwelt eingedrungen ist. So kann auch 99 Jahre nach Buschs Tod nicht behauptet werden, was am Ende von Max und Moritz alle hofften: "Gott sei Dank! Nun ist's vorbei mit der Übeltäterei!"

 

 

 

  

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Die wohl bekanntesten kleinen bestien: Max und Moritz

Nasenattacken als bevorzugtes Schlachtfeld. "Schmied und Teufel" von 1867.

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