Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Europas beste Bilder

BRÜSSEL Knapp 34 Zentimeter ist er klein, sein Haarkranz bröckelt über dem linken Ohr und sein nachdenklicher Blick schweift links am Betrachter vorbei ins Unendliche: Der Apostel Petrus steht seit gestern in einer Vitrine im Palast der Schönen Künste in Brüssel. Eigentlich ist er in Münster zu Hause, im Westfälischen Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte.

von Von Mirjam Stöckel

, 04.10.2007

Doch bis Februar 2008 wird die Pfeifenton-Skulptur in der belgischen Hauptstadt zu sehen sein, als Leihgabe in der gestern eröffneten Ausstellung "Die große Werkstatt. Wege der Kunst in Europa". Sie ist die Hauptschau des Festivals "Europalia", das alle zwei Jahre an wechselnden Orten stattfindet.

Begegnung der Künstler

Die Begegnungen der Künstler aus allen Teilen Europas zwischen dem 5. und dem späten 18. Jahrhundert, ihre Reisen und ihre gegenseitige Inspiration - das ist es, was die Ausstellung ihren Besuchern zeigen möchte. Dazu versammelt sie fast 350 Werke - manche davon zum ersten Mal überhaupt Leihgaben - aus über 150 europäischen Museen und Sammlungen. Zeichnungen von Leonardo da Vinci, Kupferstiche von Albrecht Dürer, Werke von Rembrandt und Rubens, eine Mariendarstellung von Jan van Eyck oder eine Bronze-Tischuhr aus dem 16. Jahrhundert, orientalisch anmutende Stoffe, die als Reliquientücher verwendet wurden, ein meterhoher Wandteppich bemalt mit exotischen Tieren: Die Brüsseler Zusammenschau bietet dem Besucher eine seltene Vielfalt auf engem Raum.

Reichhaltiges Kultur-Mosaik

    "Die Ausstellung ist ein wunderbares Beispiel für das reichhaltige Kultur-Mosaik in Europa", sagt Pat Cox, heute Generalkommissar der Ausstellung und bis 2004 Präsident des Europäischen Parlaments. "Mit ihr wollen wir das feiern, was uns verbindet."

15 Ausstellungsräume

Zeit braucht der Besucher, Zeit und Ruhe, um die vielen Eindrücke zu sammeln und wirken zu lassen. Und bei der Filminstallation "27 x 27 x27" im letzten der 15 Ausstellungsräume erzählen ihm zeitgenössische Kulturschaffende aus allen Mitgliedsstaaten der EU von demjenigen Werk, das sie für das wichtigste der europäischen Kunstgeschichte halten - und holen ihn so aus der kulturellen Vergangenheit des Kontinents zurück ins Heute.

 Palast der Schönen Künste, Brüssel: "Die große Werkstatt. Wege der Kunst in Europa", tgl. 10 bis 18 Uhr, Do bis 21 Uhr.