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Fantasievolle Liebeserklärung an die Schauspielkunst

BOCHUM Viele Facetten der Schauspielkunst lassen sich mit Pierre Corneilles "Spiel der Illusionen" zeigen. Und so lieferte die Abschlussklasse des Bochumer Studiengangs Schauspiel der Folkwang Hochschule auf der Bühne der Kammerspiele bei der Premiere am Freitag eine passable Leistung ihres Könnens ab.

von Von Britta Helmbold

, 09.12.2007
Fantasievolle Liebeserklärung an die Schauspielkunst

Szene aus der Corneille-Inszenierung mit Lyse (Magdalena Helmig) und dem Ex-Kerkermeister (Pascal Fligg) sowie Fürst Florilame (Gregor Weisgerber) im Affenkostüm.

Äußerst einfallsreich in Szene gesetzt hat Jan Langenheim die Geschichte vom Vater, der mit Hilfe eines Zauberers Einblick in das Leben seines verstoßenen Sohnes erhält. Theater im Theater also und gleichzeitig eine Liebeserklärung an die Schauspielkunst. Gemeinsam mit diesen beiden Protagonisten, die auf einem Podest in den hinteren Zuschauerreihen platziert sind, sitzt das Publikum in der Grotte und beobachtet auf der Bühne den Lebensweg von Clindor.

Es geht um die Irrungen und Verwirrungen der Liebe. Gespielt wird in einem wilden Mix aus historischen und heutigen Kostümen (Veronika Bleffert). Diese Mischung findet sich auch in der Sprache wieder. Da wird der Liebste schon mal Kaugummi kauend mit "Eh         Baby" angesprochen, gibt es ein wunderbares Gesangsduell mit englischen Liebesliedern zwischen Lyse und dem Ex-Kerkermeister.

Die überzogen dargestellten Figuren erinnern mehr an eine Parodie als an ausgefeilte Charaktere. So bleibt klar, dass es nur um Illusionen geht, Wirklichkeit vorgetäuscht wird. Das spiegelt sich auch schön im Bühnenbild (Claudia Kalinski) wider, das aus verschiebbaren Gerüsten besteht.

Regisseur Langenheim sprudelt nur so vor Einfällen, doch können sie - trotz allem Amüsements - nicht über einige Längen hinwegtäuschen. Gegen Ende hin verzettelt sich die Inszenierung und gefällt sich zu sehr in abgedreht-abgehobenen Gags.

 

Karten: Tel. (02 34) 33 33 55 55.