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Faxen der Verwirrten

BOCHUM "Der Heimsieg hätte mir sicher sein können", sagte Theatermacher Claus Peymann jüngst im Gespräch mit Jürgen Flimm. Doch er entschied sich, eine schwierige Handke-Inszenierung zur RuhrTriennale mitzubringen. So gab es in seiner ehemaligen Wirkungsstätte Bochumer Schauspielhaus nur herzlichen, aber sparsamen Applaus für "Spuren der Verirrten".

von Von Max Florian Kühlem

, 02.10.2007
Faxen der Verwirrten

Ganze Heerscharen von Charakteren ziehen bei den "Spuren der Verirrten" über die Bühne.

Die 21-köpfige Abordnung des Berliner Ensembles in Bochum zieht auf der in Richtung Zuschauerraum bedrohlich abschüssigen Bühne chaotische Spuren: Kieselsteine und Brotkrumen wie von Grimms Märchenfiguren ausgelegt, Baustellenband, Konfetti, Staub und Blut überlagern sich auf dem Boden und ergeben ein Bild wie das, welches der "Engel der Geschichte" des Philosophen Walter Benjamin vor Augen hat: Auf dem Flug in die Zukunft blickt er in die Vergangenheit und sieht nur Katastrophen und Trümmer. Genau so wirkt das Theater des Teams Handke/Peymann, die seit den "Publikumsbeschimpfungen" 1966 ein Herz und eine Seele sind: Als habe der Autor einen mehr oder weniger beliebigen Ausschnitt seiner privaten Welttheatergeschichte auf die Bühne bringen wollen, sinnentleert (oder hatte sie nie Sinn?) mit all ihren Katastrophen und Brüchen.

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