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Ferngesteuert zum Spitzen-Koch

Der Traum vom Kochen - für Remy soll er sich unbedingt erfüllen. Es gibt nur ein Problem: Remy ist eine Ratte. "Ratatouille" heißt der neuste Spielfilm aus der Animationsschmiede von Disney-Pixar und Remy ist der kleine Held.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 01.10.2007
Ferngesteuert zum Spitzen-Koch

Ein Loblied auf die technische Perfektion von Animationen aus dem Hause Pixar erübrigt sich: Da ist der Standard unverändert hoch, die Software generiert Foto-Realismus. Was wirklich über die Qualität entscheidet, sind Story, Witz und Charaktere.

Und da steht Pixars "Ratatouille" weit vorne. Originell die Geschichte von der Landratte Remy, die das Müllfressen verabscheut und lieber ein Pariser Feinschmecker wird. Köstlich die Szenen mit ferngesteuertem Küchenjungen: Unter der Kochmütze sitzt der Nager und dirigiert seine Marionette per Griff ins Haupthaar.

Ausdrucksstarke Mimik

Ausgefeilt und ausdrucksstark die Mimik der Figuren: Die knuffigen Ratten leben durch Augen, Nase, Ohrenspiel. Manche mümmeln treudoof am Abfall, bei Remy blitzen Eifer und Leidenschaft auf. Der gefürchtete Gourmet-Papst und Restaurant-Kritiker Anton Ego (!) ist ein vampirischer, verknitterter Sauertopf. Ein diabolischer Chefkoch mit Adlerprofil und brennenden Augen erinnert an den Großwesir Isnogud aus den Comics von Goscinny und Tabary.

Autor und Regisseur Brad Bird startet mit dem Exodus von Remys Nagersippe. Als die Oma zur Schrotflinte greift, ist es vorbei mit dem Landleben. Nach einer Floßfahrt durch die Kanalisation landet Remy in Paris. Im Restaurant des Meisterkochs Gusteau, den Remy aus dem Fernsehen kennt. Der Mann hat ihn auf den Geschmack gebracht!

Ratte mit der absoluten Nase

Remy freundet sich mit Linguini an, einem Grünschnabel und Tölpel am Herd. Weil aber die Ratte die "absolute" Nase hat, zaubert Linguini meisterliche Kreationen auf den Teller. Sehr zum Missvergnügen seines Chefs...

"Ratatouille" ist temporeiche Kochrevue, bietet Slapstick-Action und Kabinettstückchen, bei denen kein Auge trocken bleibt: Man achte auf den Vielfraß, der sich nach den Weintrauben streckt. Zum Wiehern.  Ab Donnerstag im Kino!